Lotto-Bilanz 2013: 12 neue Millionäre in Hessen

Der Umsatz von Lotto Hessen ist im vergangenen Jahr um fast 10 Prozent gestiegen, doch gegen den Schwarzmarkt kommen die staatlichen Lotteriegesellschaften nicht an, beklagt die Geschäftsführung in Wiesbaden.

Mit 97,62 Euro pro Kopf geben die Hessen am meisten Geld aus für Lotto, Glücksspirale und Co. Der Durchschnitt in Deutschland liegt bei 87,23 Euro. Lotto-Hessen freut‘s, denn das bescherte der staatlichen Lotteriegesellschaft 2013 ein Umsatzplus von knapp zehn Prozent auf 587,3 Millionen Euro.

Mit 54,4 Prozent hat das klassische Lottospiel mittwochs uns samstags den größten Anteil am Gesamtumsatz, gefolgt von Spiel 77 (15 Prozent) und dem 2012 gestarteten Eurojackpot, der es auf 8,3 Prozent brachte. Als Gewinnen ausgeschüttet wurden 2013 insgesamt 288,3 Millionen Euro. Sport, Kultur und Denkmalpflege erhielten eine Förderung in Höhe von 125 Millionen Euro.

Der höchste Gewinn in der Republik überhaupt – der Eurojackpot im April vergangenen Jahres – ging im Übrigen nach Hessen ins Rhein-Main-Gebiet: Dort ist ein Spieler über Nacht um 46,1 Millionen Euro reicher geworden. Auch am höchsten Lotto-Jackpot mit 27,1 Millionen Euro im September war ein Hesse beteiligt, der sich den Gewinn mit einem Berliner teilen musste und immerhin noch auf erkleckliche 13,5 Millionen Euro kam.

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr in Hessen zwölf neue Lotto-Millionäre, von denen einer in Nordhessen, genauer gesagt im Landkreis Kassel zuhause war. Und gleich vier Hessen waren bei den zwölf Gewinnern einer Rente der Glücksspirale dabei.

Doch insgesamt war die Tonlage, in der Lotto-Geschäftsführer Heinz-Georg Sundermann die Bilanz präsentierte, eher in Moll gehalten: Der Schwarzmarkt insbesondere bei den Sportwetten und die, wie Sundermann klagt, Behördenwillkür in Deutschland sorge dafür, dass staatliche Anbieter vom Glücksspielmarkt abgekoppelt würden. Während der regulierte Markt in anderen Ländern wachse, sei der Umsatzanteil des unregulierten Marktes in Deutschland nach Berechnungen des Deutschen Lottoblocks seit 2009 von 34,3 auf 55 Prozent gestiegen. Die Absicht der Ministerpräsidenten beim letzten Glücksspielstaatsvertrag, den Schwarzmarkt und damit auch die Spielsucht einzudämmen, werde von den Behörden konterkariert, die mit der Erteilung von Konzessionen nicht voran kämen. Sundermann beklagte auch, dass die staatlichen Anbieter bei der Werbung unter Hinweis auf Suchtgefahren ständig eingeschränkt würden.

Mitte des Jahres will die Sportlotterie DSL- Lotto Hessen mit einem neuen Produkt auf den Markt kommen, dessen Erlöse der Förderung des Spitzensportes über die Deutsche Sporthilfe zu Gute kommen sollen. Eine Genehmigung in diesem Fall der Erlaubnisbehörde von Rheinland-Pfalz stehe allerdings noch aus.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.