Steueraffäre

"Luxleaks": Möglicher Hinweisgeber angeklagt

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Luxemburg - Die Luxemburger Justiz ist möglicherweise einem Hinweisgeber in der Steueraffäre des Landes auf der Spur.

Wegen mutmaßlichen Verrats von Geschäftsgeheimnissen der Steuer- und Finanzberatungsfirma PriceWaterhouseCoopers (PWC) wurde Anklage gegen einen Verdächtigen erhoben, wie die Staatsanwaltschaft am Freitagabend mitteilte.

Firmen sollen in dem Großherzogtum mit Hilfe der Luxemburger Behörden jahrelang legal ihre Steuerlast gedrückt haben. Mehrere Medien hatten mit ihren Recherchen die „Luxleaks“-Affäre ins Rollen gebracht.

Der mögliche Informant ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ein französischer Ex-Mitarbeiter von PWC, der den ganzen Freitagnachmittag verhört wurde, allerdings auf freiem Fuß bleibt. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, sich unerlaubt Zugriff auf die Datenverarbeitung verschafft zu haben. Er soll Informationen weitergegeben haben, die die „Luxleaks“-Enthüllungen mit auslösten.

Die Steuer- und Finanzberatungsfirma PWC hatte im Juni 2012 wegen Diebstahls von Dokumenten Anzeige gegen unbekannt erstattet. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Veröffentlichungen zu umstrittenen Luxemburger Steuerpraktiken auf Unterlagen aus ihrem Haus beruhen.

Nach jüngsten Informationen eines Journalistenkonsortiums profitierten auch Konzerne wie Skype, Disney und die deutschen Chemiefirmen Oxea und Brenntag von den Steuervorteilen.

Die Berichte über die Luxemburger Steuermodelle machen auch dem neuen EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker zu schaffen. Kritiker werfen dem 60-Jährigen vor, während seiner Zeit als Luxemburger Regierungschef die Steuervermeidungsmodelle mit ermöglicht zu haben, die zulasten anderer EU-Länder gingen. Einen Misstrauensantrag im Europaparlament hat er im November überstanden.

dpa

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