Betrugsprozess in Göttingen – 400 000 Euro Schaden

Luxusautos ergaunert

Stets groß und teuer: Auf Luxuswagen wie den Range Rover und den VW Phaeton (von links) hatte es die Betrügerbande abgesehen. Die meisten Wagen sind verschwunden. Archivfotos: nh

Göttingen. Wegen Betrügereien in großen Stil mit hochpreisigen Autos müssen sich seit Mittwoch sechs Angeklagte vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Die aus Göttingen, Hannover und Celle stammenden Angeklagten sollen sich mit gefälschten Unterlagen teure Pkw bei Leasing-Gesellschaften beschafft haben. Außerdem sollen sie durch fingierte Fahrzeugverkäufe größere Geldbeträge ergaunert haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist bei der Betrugsserie, die im Februar 2008 begann, ein Schaden von rund 400 000 Euro entstanden. Die einzige weibliche Angeklagte, eine 24-jährige Frau aus Göttingen, muss sich außerdem wegen Steuerhinterziehung verantworten. Hauptangeklagter ist ein 27-jähriger Mann aus Göttingen, der derzeit wegen anderer Vorwürfe in Köln in Untersuchungshaft sitzt. Er soll die Mitangeklagten mit gefälschten Gehaltsabrechnungen und Selbstauskünften versorgt haben, die diese dann bei Leasinggesellschaften vorlegten.

Drei der Angeklagten lebten von Hartz IV, auch die anderen sind weit von dem angegebenen Nettogehalt entfernt.

Aus den Ermittlungsakten

Die Dokumente, die teilweise auch auf falschen Namen ausgestellt waren, sollten ihre vermeintliche finanzielle Bonität belegen. Tatsächlich leben drei Angeklagte von Hartz IV, auch die anderen sind weit von dem dort angegebenen monatlichen Nettogehalt entfernt.

Die Angeklagten interessierten sich stets für teure Autos wie Audi Q7, VW Phaeton, Range Rover, Mercedes S 350, Corvette Coupé oder Porsche Cayenne.

In einigen Fällen kam kein Vertrag zustande, weil die Leasinggesellschaften vorher Erkundigungen einzogen und feststellten, dass bei den vermeintlichen Arbeitgebern niemand unter dem angegebenen Namen beschäftigt war.

Von solchen Fehlschlägen ließen sich die Angeklagten indes nicht beirren, sondern machten mit der gleichen Masche weiter und verschafften sich so insgesamt fünf Fahrzeuge.

Zwei von ihnen konnten später sichergestellt werden, der Verbleib der anderen ist ungeklärt.

Von Heidi Niemann

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