Schlüsselressorts gehen wohl an die Partner CDU und FDP

CSU macht sich Sorgen

Wie viele Ministerien für die CSU? Parteichef Horst Seehofer und die CDU-Vorsitzende Angela Merkel sprachen gestern über die Postenverteilung. Foto: dpa

Berlin. Zwischen CDU und CSU bahnt sich ein Streit über die Ressortverteilung in der neuen Bundesregierung an. Nach Informationen unserer Zeitung beansprucht Parteichef Horst Seehofer ein Schlüsselressort für die CSU – entweder das Wirtschafts- oder das Finanzministerium.

Nach übereinstimmenden Äußerungen aus der Unionsführung will Bundeskanzlerin Merkel das Finanzministerium allerdings mit einem vertrauten CDU-Politiker besetzen. Als Favorit gilt der bisherige Kanzleramtschef Thomas de Maizière, der in den laufenden Koalitionsverhandlungen die Arbeitsgruppe von Union und FDP zur Finanzpolitik leitet.

Ginge das Finanzressort an die CDU, hätte die FDP als zweitgrößter Regierungspartner den Zugriff auf das Wirtschaftsministerium. Der bisherige Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wäre in diesem Fall gezwungen, in ein anderes Ministerium zu wechseln.

Insider berichten, Seehofer wolle in den Verhandlungen mit den Parteichefs Merkel und FDP-Chef Guido Westerwelle darauf bestehen, dass die CSU in der neuen Regierung drei Ministerposten erhält sowie das Finanz- oder das Wirtschaftsressort besetzt. Eine Aufteilung der beiden Ressorts zwischen CDU und FDP wäre „absolut inakzeptabel“, hieß es aus Seehofers Umfeld. „Damit lassen wir uns nicht abspeisen.“

Aus CDU-Verhandlungskreisen verlautete, die CSU müsse „ihre Ansprüche überdenken“. Sie könne als der mit Abstand kleinste Koalitionspartner nicht das wichtige Finanzressort und darüber hinaus zwei weitere Ministerien reklamieren.

Sollten das Finanz- und Wirtschaftsressort an CDU und FDP gehen, gilt als wahrscheinlichste Variante, dass der langjährige Außenpolitiker zu Guttenberg das Verteidigungsministerium übernimmt. Der bisherige Wehrminister Franz Josef Jung (CDU), der eigentlich gern Winzer geworden wäre, wird als neuer Agrarminister und damit Nachfolger der CSU-Politikerin Ilse Aigner gehandelt.

Eine Rückkehr Jungs nach Wiesbaden gilt als ebenso unwahrscheinlich wie der bereits häufig dementierte Wechsel des hessischen CDU-Regierungschefs Roland Koch ins Bundeskabinett.

Von Holger Eichele

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