Thema Zuwanderung: Fakten statt Rhetorik

Innenminister De Maizière beklagt den Debattenstil beim Thema Zuwanderung. Er will ausländische Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt anlocken. Ein Kommentar von Wolfgang Blieffert.

Der Bundesinnenminister meint es ja gut, wenn er von einem breiten Bündnis für Migration spricht, von einem Zuwanderungsmarketing für Fachkräfte. Und doch beschleicht einen das ungute Gefühl, dass Thomas de Maizière - und nicht nur er - immer häufiger auf Skepsis, ja auf taube Ohren stößt. Denn wohlklingende Worte sind das eine, tief sitzende Ängste das andere.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich beim Thema Zuwanderung und Flüchtlinge Unbehagen bei vielen Bürgern breitgemacht hat. Da mag auch generelle Ausländerfeindlichkeit im Spiel sein, mehr noch aber ein Gefühl von Überforderung und Furcht vor sozialem Abstieg.

Dagegen hilft weniger Politikrhetorik, sondern nackte Fakten: Unsere Geburtenzahlen sinken, die Gesellschaft wird älter, schon bald fehlen uns mehr als fünf Millionen Fachkräfte. Sie auch unter der großen Zahl an Flüchtlingen zu suchen und diese dann schnell zu integrieren, ist nicht nur ein Wunsch von Menschenrechtlern, sondern auch eine dringende Empfehlung der deutschen Wirtschaft. Denn Einwanderung hilft, unseren Wohlstand zu sichern.

Im übrigen widersprechen der Feststellung, dass Deutschland inzwischen ein Einwanderungsland geworden ist, heute nur noch Ignoranten oder Rassisten. Denen ist eh nicht zu helfen.

Skeptischen und vielleicht furchtsamen Mitbürgern muss die Politik dagegen beharrlich die Zusammenhänge von Zuwanderung, Integration und Wohlstand erklären. Dazu gehört dann allerdings auch klarzumachen, dass nicht jeder Flüchtling ein dauerhaftes Bleiberecht hat. Und der Staat dann zu Abschiebungen legitimiert ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.