Einer ist erst 15 Jahre alt

„Man weiß nicht, wer da zurückkommt“: 50 IS-Unterstützer in Hessen im Visier

Staatsanwältin Doris Möller-Scheu

Frankfurt. In Hessen wird gegen rund 50 Menschen ermittelt, die sich in Syrien mutmaßlich der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) anschließen wollten. Einer sei erst 15 Jahre alt, sagte die Sprecherin der hessenweit zuständigen Staatsanwaltschaft Frankfurt, Doris Möller-Scheu.

„Das Thema bleibt virulent“, sagte Möller-Scheu, „man weiß ja nicht, wer da zurückkommt und was die hier vorhaben.“

Fast alle, gegen die ermittelt wird, stammten aus dem Rhein-Main-Gebiet. In einem Fall könnte in nächster Zeit Anklage erhoben werden. Einige Fälle seien bereits an die Bundesanwaltschaft abgegeben worden; der Generalbundesanwalt ist immer dann zuständig, wenn die Beschuldigten „zur kämpfenden Truppe“ gehört haben könnten. Einige Ermittlungsverfahren seien eingestellt worden - wegen Todes.

Seit der vergangenen Woche steht in Frankfurt erstmals ein mutmaßliches Mitglied der Terrormiliz vor einem deutschen Gericht. Dem 20 Jahre alten Kreshnik B. wird die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat im Ausland vorgeworfen.

Ein Beitrag von Spiegel TV lenkte die Aufmerksamkeit auf zwei junge Wiesbadener, die laut Möller-Scheu 15 und 22 Jahre alt sind. Sie seien am 6. Juni über die Türkei nach Syrien ausgereist - seine Mutter habe den Jüngeren an diesem Tag als vermisst gemeldet. In Syrien seien sie allerdings nicht bis zu den IS-Truppen gelangt, sondern von der konkurrierenden Freien Syrischen Armee (FSA) abgefangen worden.

In dem TV-Beitrag prahlt der 15-Jährige Maurice damit, zum Islam konvertiert zu sein und kündigt an: „Jetzt will ich hier Dschihad machen.“ Der 22-jährige Rachid erklärt, er komme aus Wiesbaden von der Mechid-Moschee in Kostheim. Schleuser hätten sie nach Syrien gebracht und sie „wie Brüder behandelt“.

Beide scheinen nicht gewusst zu haben, dass sie nicht beim IS, sondern bei der FSA gelandet waren. Diese schickte die jungen Hessen zurück in die Türkei, wo sie laut Möller-Scheu abgeschoben wurden. Anfang Juli seien sie nach Deutschland zurückgekehrt (dpa)

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