Massengrab mit 1200 Leichen in Libyen entdeckt

Tripolis/Kairo - Ermittler des libyschen Übergangsrates haben in der Hauptstadt Tripolis ein Massengrab mit mehr als 1200 Leichen aus dem Jahr 1996 gefunden.

Bei den Getöteten handele es sich um Häftlinge aus dem Staatssicherheitsgefängnis Abu Salim, die im Juni 1996 von schergen des Gaddafi-Systems niedergemetzelt worden seien, zitierten arabische Medien am Sonntag einen Sprecher des Übergangsrats.

So luxuriös lebte der Gaddafi-Clan

Rebellen posieren im Eingangsbereich der Villa von Gaddafis Tochter Aisha auf einer goldenen Meerjungfrauen-Couch für ein Foto. © dpa/ap
Das Archivbild aus dem Jahr 2005 zeigt Gaddafis Tochter Aisha kurz vor einer Rede. © dpa/ap
Der Eingangsbereich ihres Hauses aus der Vogelperspektive © dpa/ap
Die Villa verfügt außerdem über einen riesigen Swimmingpool © dpa/ap
Auch eine kleine Bibliothek gehört zu dem Anwesen © dpa/ap
Rebellen machen sich an den Kleidern zu schaffen, die sie im Haus von Aisha Gaddafi gefunden haben © dpa/ap
Ein holzvertäfelter Raum mit Kleidern und anderen persönlichen Gegenständen wird von den Rebellen auf den Kopf gestellt © dpa/ap
Auch persönliche Fotos von Gaddafi-Tochter Aisha sind vor den Rebellen nicht sicher © dpa/ap
Ein Zimmer im Haus von Gaddafis Sohn Saif al-Islam © dpa/ap
Von vielen Zimmern der Villa hat man einen wunderschönen Panoramablick auf das Meer und den Strand © dpa/ap
Eine luxeriöse Whirlpool-Badewanne rundet die Einrichtung im Haus von Gaddafis Sohn Saif al-Islam ab © dpa/ap
In einem der Zimmer haben die Rebellen die Verpackung einer Magnum-Flasche treuen Champangners gefunden. © dpa/ap
Ein Kinderzimmer im Anwesen von Saif al-Islam, einem der Söhne von Gaddafi © dpa/ap
Auf einer Art Veranda der Villa befindet sich ein Jacuzzi © dpa/ap
Ein anderer Sohn des ehemaligen Diktators, Al-Saadi Gaddafi, hat Zellen in sein Haus einbauen lassen © dpa/ap
Auch er besaß eine Villa am Strand © dpa/ap
Rebellen haben sich auf der weitläufigen Terrasse des Anwesens von Moammar Gaddafi positioniert © dpa/ap
Rebellen haben sich auf der weitläufigen Terrasse des Anwesens von Gaddafi positioniert © dpa/ap
Eine Außenaufnahme der Villa von Gaddafi © dpa/ap
Ein großzügiger Raum in der Villa von Gaddafi-Sohn Al-Saadi © dpa/ap
Ein großzügiger Raum mit Meerblick in der Villa von Gaddafi-Sohn Al-Saadi © dpa/ap
Der Sohn des bisherigen libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi, Al Saadi, mochte schnelle Wagen, Yachten und Fussball. Seine Anwesen am Strand zeugte von seinen teuren Hobbys. © dpa/ap
Das Bild zeigt Safiya, die Frau von Gaddafi © dpa/ap
Das Archivfoto aus dem Jahr 2008 zeigt den ehemeligen Diktator Gaddafi © dpa/ap

Das Abu-Salim-Massaker war die grausame Vergeltung des Regimes von Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi für eine Häftlingsrevolte. Diese war wegen schlechter Haftbedingungen ausgebrochen. Angeordnet hatte das Blutbad der Geheimdienstchef Abdullah Senussi. Er ist wie Gaddafi und dessen Sohn Saif al-Islam untergetaucht. Sie sind bereits vom Strafgericht in Den Haag angeklagt worden.

Die Leichen der Opfer wurden nie an die Angehörigen übergeben. Menschenrechtler hatten stets vermutet, dass sie im Bereich des Gefängnisses verscharrt wurden.

Das Abu-Salim-Gefängnis war bis zum Zusammenbruch des Regimes vor einem Monat in Betrieb. Die Insassen waren dort aus politischen Gründen inhaftiert, in fast allen Fällen ohne Anklage, Haftbefehl oder Gerichtsurteil. Zur Zeit der Befreiung von Tripolis durch die Milizen des Übergangsrats verließ das Wachpersonal die Haftanstalt, die Gefangenen gingen nach Hause.

dpa

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