Medaille für die Retterin: Erzieherin sprang in Schacht und half Jungen

Auszeichnung: Ministerpräsident David McAllister und Dorothea Misch (rechts), Vorsitzende von „Ein Herz für Kinder“, ehrten Erzieherin Ina König in Oldendorf im Hof einer Kindertagesstätte für ihre Rettungsaktion. Foto: dpa

Oldendorf. Mit einem mutigen Sprung in einen alten Bergwerksschacht rettete eine Kindergärtnerin einem Dreijährigen das Leben – dafür hat Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) die Frau mit der Rettungsmedaille des Landes ausgezeichnet.

„Ihr mutiger Einsatz hat ohne Zweifel das Kind vor dem Ertrinken gerettet“, sagte McAllister bei der Übergabe der Auszeichnung am Montag in Oldendorf. „An Ihnen können sich andere ein Beispiel nehmen.“ Als der Junge bei einem Kindergartenausflug vor drei Wochen im Osterwald im Kreis Hameln-Pyrmont zwischen Baumstämmen verschwand, sprang die 37-Jährige ihm sofort in den 25 Meter tiefen Schacht hinterher. Beide landeten in metertiefem eiskalten Wasser. Im Schacht sei sie froh gewesen, den Jungen sofort in ihre Arme schließen zu können und habe an ihre beiden Kinder und ihren Mann gedacht, sagte Erzieherin Ina König.

Sie sei im Vertrauen in den Schacht gesprungen, dass die Feuerwehr sie retten werde – ihr ausdrücklicher Dank galt den freiwilligen Feuerwehrmännern. „Ich freue mich darüber, dass ich die Auszeichnung entgegennehmen darf, aber noch viel mehr darüber, dass es Jannic und mir so gut geht, dass wir freudig in die Zukunft blicken können.“

„Sie haben unter besonderen Umständen und mit selbstlosem Verhalten Zivilcourage gezeigt“, lobte der Ministerpräsident die als „Heldin vom Osterwald“ bundesweit gefeierte Frau. Zunächst angespannt, dann aber mit einem Lächeln nahm die Erzieherin die Rettungsmedaille, eine Urkunde und einen Blumenstrauß entgegen. Eineinhalb Stunden hatte sie in dem dunklen Schacht ausgeharrt und den Jungen in dem brusthohen Wasser an der Oberfläche gehalten. Nach einer Stunde hatten Feuerwehrmänner zunächst den Dreijährigen an die Oberfläche holen können. „Zum Glück wurden sie beide nur leicht verletzt“, sagte McAllister.

Von ihrem Arbeitgeber, der evangelischen Kirche, erhielt die Kindergärtnerin eine Woche Sonderurlaub. Der örtliche Pastor dankte nicht nur der 37-Jährigen. „Unseren Dank richten wir auch an Gott, der seine schützende Hand über uns gehalten hat.“ Der Junge hatte in den Entlüftungsschacht des bereits seit den 50er Jahren stillgelegten Bergwerks stürzen können, weil eine Abdeckung aus Baumstämmen verrutscht war. Der Versuch, den Schacht zu verfüllen, war in der Vergangenheit gescheitert. (lni)

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