Enthüllung platzt in Besuch der Obamas

Snowden: NSA spioniert China aus

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Die Enthüllung kommt ungelegen: Mit ihrem Besuch in China bemüht sich US-Präsidentengattin Michelle Obama (rechts, mit Töchtern) um Annäherung an das Land.

Washington - Der Bericht platzt direkt in Michelle Obamas China-Besuch: Laut einem Medienbericht weiß Edward Snowden, dass die NSA Chinas Polit- und Wirtschaftselite ausspioniert hat.

Der US-Geheimdienst NSA hat laut einem Medienbericht die chinesische Staatsführung sowie Firmen in China ins Visier genommen. Das geht aus Unterlagen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden hervor, die der "Spiegel" laut einem Vorab-Bericht vom Samstag einsehen konnte. Zu den Zielen der Spähattacken zählen demnach der ehemalige Staatspräsident Hu Jintao, das chinesische Handelsministerium, das Außenministerium, Banken sowie Telekommunikationsunternehmen. Besonderen Aufwand habe die NSA gegen den Huawei-Konzern betrieben.

Anfang 2009 startete die NSA dem Bericht zufolge eine umfangreiche Spionageoperation gegen das Unternehmen, das als einer der größten Konkurrenten der US-Firma Cisco gilt. Einer Spezialeinheit des US-Nachrichtendienstes sei es gelungen, an rund hundert Stellen das Computernetzwerk von Huawei zu infiltrieren und unter anderem eine Liste mit mehr als 1400 Kunden sowie interne Dokumente für das Training von Ingenieuren an den Huawei-Produkten zu kopieren.

Die NSA-Mitarbeiter hätten sich Zugang zum E-Mail-Archiv verschafft und sogar zum geheimen Quellcode einzelner Huawei-Produkte, berichtete der "Spiegel". Als Grund für die Ausforschung gab die NSA demnach in einem internen Papier an, dass "viele unserer Ziele über Huawei-Produkte kommunizieren" und man auf dem Stand der Technik bleiben müsse. Zudem gebe es die Sorge, "dass die Volksrepublik China die weitverzweigte Infrastruktur von Huawei zu Spionagezwecken nutzen" könne. Die Spionageeinsätze fanden dem "Spiegel"-Bericht zufolge unter Einbindung des Geheimdienstkoordinators im Weißen Haus, der CIA und des FBI statt.

Im Juli vergangenen Jahres hatte der frühere CIA-Chef Michael Hayden den Konzern Huawei der Spionage bezichtigt. Neben den USA warfen auch Großbritannien und die USA dem Telekommunikationsriesen vor, enge Verbindungen zum chinesischen Staat zu haben und ihm Ausrüstung für Spionage und Cyber-Attacken zu liefern.

AFP

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