Spanien neues Hauptankunftsland

Mehr als 600 Flüchtlinge vor Spanien aus dem Mittelmeer gerettet

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Mehr als 600 Flüchtlinge vor Spanien aus dem Mittelmeer gerettet.

Vor der Küste Spaniens sind mehr als 600 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet worden.

In der Straße von Gibraltar sowie im Alborán-Meer zwischen Marokko und Spanien seien am Montag insgesamt 626 Menschen von 16 Booten gerettet worden, sagte ein Sprecher der spanischen Küstenwache der Nachrichtenagentur AFP. Die Geretteten stammten demnach aus Ländern südlich der Sahara und aus Nordafrika.

Die spanischen Rettungskräfte waren nach Angaben des Sprechers zudem zu einem weiteren in Seenot geratenen Boot unterwegs. Die Zahl der Menschen auf diesem Boot war demnach aber zunächst nicht bekannt.

Spanien hat Italien inzwischen als Hauptankunftsland für Migranten in der EU abgelöst. Die neue rechtspopulistische Regierung in Rom lässt kaum noch Bootsflüchtlinge ins Land, zudem scheinen die libyschen Behörden verstärkt gegen Schlepper vorzugehen. Viele Migranten weichen deshalb in die Nachbarländer Algerien und Marokko aus, um von dort aus die Überfahrt nach Spanien zu wagen.

Die Gesamtzahl der Menschen, die sich im Mittelmeer in oftmals überfüllten und nicht seetauglichen Booten auf die Fahrt nach Europa machen, ist seit 2015 stark gesunken. Dagegen sind die Flüchtlingszahlen in Spanien seit Jahresbeginn kontinuierlich gestiegen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen in diesem Jahr bereits mehr als 28.500 Flüchtlinge über das Meer in Spanien an. 313 starben bei dem Versuch.

Die marokkanischen Behörden hatten in den vergangenen Wochen verstärkt Migranten nahe der Mittelmeerküste aufgegriffen und in den Süden des Landes gebracht. Offenbar sollen sie dadurch von der Überfahrt über das Mittelmeer nach Europa abgehalten werden.

Ein Sprecher der Marokkanischen Menschenrechtsvereinigung (AMDH), Said Tbel, sagte AFP am Montag, bei einer der Zwangsumsiedlungen seien Anfang August zwei Flüchtlinge aus Mali ums Leben gekommen. Die beiden Malier, von denen der eine erst 16 Jahre alt war, starben den Angaben zufolge während eines Bustranports von der Hafenstadt Tanger in den Süden Marokkos. Der 16-Jährige wurde in der Stadt Kenitra beigesetzt.

Die marokkanischen Behörden sprachen von einem "Unfall" und leiteten nach eigenen Angaben Ermittlungen ein, um die genaue Ursache der beiden Todesfälle zu klären.

afp

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