Mehr als 50 Trojaner-Einsätze bundesweit

Hamburg - Die Zahl der Einsätze sogenannter Trojaner-Programme zur Computerüberwachung gegen mutmaßliche Kriminelle ist höher als bislang bekannt.

Nach einer vorläufigen Erhebung gab es in Bund und Ländern in den vergangenen Jahren mehr als 50 Anwendungen, wie der “Spiegel“ am Sonntag vorab meldete.

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Danach hat das Bundeskriminalamt (BKA) seit 2010 in sieben Fällen Trojaner für eine Online-Durchsuchung genutzt, die sich gegen militante Islamisten richteten. In weiteren 20 Fällen setzte das BKA die Spähsoftware für eine Quellen-Telekommunikationsüberwachung (Quellen-TKÜ) ein, um Gespräche, Mails oder Chats zu kontrollieren. Das Bundesamt für Verfassungsschutz nutzte Trojaner in vier Fällen, die Bundespolizei in einem. Das Zollkriminalamt verwendete die Technik 16 mal.

Noch unklar ist die genaue Zahl der Einsätze in den Bundesländern. In den Behörden wird nun erwogen, die Software nicht mehr von privaten Unternehmen zu beziehen, sondern selbst zu programmieren. Am Donnerstag wollen die Innenminister von Bund und Ländern über die Zukunft des Trojaner-Einsatzes beraten.

dapd

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