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Umfrage: Mehrheit der Bevölkerung gegen Ende der Corona-Maßnahmen

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Von: Katja Thorwarth

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In den meisten Bundesländern müssen Masken in den Bahnen noch getragen werden. Eine Mehrheit befürwortet das.
In den meisten Bundesländern müssen Masken in den Bahnen noch getragen werden. Eine Mehrheit befürwortet das. © Julian Rettig/dpa

Die Debatte um die noch bestehenden Corona-Maßnahmen ist in vollem Gange. FDP und Union drängen auf sofortigen Stopp. Doch was sagen die Menschen?

Berlin / Frankfurt - Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) fordert das Ende für „die letzten Corona-Schutzmaßnahmen“. Der Generalsekretär der Liberalen, Bijan Djir-Sarai, will, dass die Bundesländer die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen sofort abschaffen. Und CDU-Generalsekretär Mario Czaja erwartet von der Bundesregierung, alle Pandemiemaßnahmen aufzuhaben. Dem widersprechen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Doch was will die Bevölkerung?

Die Mehrheit der für eine Umfrage kontaktierten Menschen in Deutschland lehnt eine sofortige Abschaffung aller noch bestehenden Corona-Maßnahmen ab. Das Meinungsforschungsinstituts YouGov erhob im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur, dass 52 Prozent gegen ein bundesweites Ende der Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln zum jetzigen Zeitpunkt sind. 60 Prozent lehnen einen sofortigen Stopp der mindestens fünftägigen Isolationspflicht für Infizierte ab. Fast zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten sagen, die Corona-Pandemie sei für sie noch nicht vorbei.

Corona-Maßnahmen: 60 Prozent gegen Ende der Isolationspflicht

Nur für jeden Dritten ist die Pandemie Geschichte. Die YouGov-Umfrage zeigt nun, dass das Team Vorsicht in der Bevölkerung noch in der Mehrheit ist: 

- Nur 31 Prozent sagen, die Pandemie sei für sie bereits Geschichte. 23 Prozent meinen dagegen, dass sie erst im Laufe des Jahres 2023 enden wird. 41 Prozent rechnen sogar damit, dass sie auch 2023 noch nicht aufhört.

- Für ein sofortiges Ende der Maskenpflicht im öffentlichen Fern- und Nahverkehr sind nur 41 Prozent. 27 Prozent meinen dagegen, die Pflicht sollte erst im Laufe des Jahres 2023 fallen. 25 Prozent wünschen sich sogar, dass noch das ganze nächste Jahr Masken in Bussen und Bahnen getragen werden müssen. Für Fernzüge und Fernbusse ist bis zum 7. April eine FFP2-Maskenpflicht gesetzlich festgeschrieben. Beim Nahverkehr haben die Länder freie Hand. Bayern und Sachsen-Anhalt haben die Maskenpflicht bereits gekippt, in Schleswig-Holstein läuft sie zum Jahresende aus.

- Die sofortige Abschaffung der Isolationspflicht für Infizierte befürworten nur 32 Prozent. 29 Prozent wünschen sich das erst für das kommende Jahr. 31 Prozent der Befragten sind dafür, dass die Quarantäneregeln mindestens bis Ende nächsten Jahres gelten. Auch hier sind die Bundesländer am Zuge. Bayern, Hessen, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz haben sich bereits von der Isolationspflicht verabschiedet.

Transparenz

YouGov befragte vom 21. bis 23. Dezember dieses Jahres 2041 Menschen online. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

Nur AfD-Wähler mehrheitlich für Abschaffung aller Corona-Maßnahmen

Nur unter den befragten Wähler:innen der AfD sind die Befürworter einer Abschaffung aller Corona-Maßnahmen in der Mehrheit. Von den Anhänger:innen der FDP sind zwar 56 Prozent für ein sofortiges Ende der Maskenpflicht, aber nur 36 Prozent wollen die Isolationspflicht kippen. Die Wähler:innen aller anderen im Bundestag vertretenen Parteien lehnen beide Maßnahmen mehrheitlich ab - auch die der CDU/CSU.

Corona: Fast die Hälfte der Bevölkerung laut Umfrage noch nicht infiziert

Die YouGov-Umfrage gibt auch Aufschluss darüber, wie viele Menschen in Deutschland in drei Jahren Pandemie vom Coronavirus erwischt worden sind. Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) gibt an, sich einmal (39 Prozent) oder mehrfach (7 Prozent) infiziert zu haben. 46 Prozent sagen, sie seien von dem Virus verschont geblieben. 8 Prozent machen keine Angaben.

Besonders hoch ist die Zahl der bereits Infizierten in der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre mit 60 Prozent. Von den über 55-Jährigen sagen dagegen 62 Prozent, sie hätten noch kein Corona gehabt. (ktho/dpa)

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