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Mehrheit der Deutschen hält Scholz für überfordert

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Von: Niklas Kirk

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Einer Insa-Umfrage zufolge halten die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger Olaf Scholz den gegenwärtigen Aufgaben für nicht gewachsen.

Kassel – „Wer bei mir Führung bestellt, bekommt sie auch“, so lautete einst Olaf Scholz´Antwort auf die Anzweiflung seiner Führungskompetenz. Wie es mit der Zufriedenheit über seine Politik und Führung in der Bevölkerung bestellt ist, soll eine Erhebung des Meinungsforschungsinstitut Insa herausfinden. Diese wirft kein gutes Licht auf das Vertrauen in die Arbeit des Bundeskanzlers.

So seien laut Umfrage – die von BILD bei Insa in Auftrag gegeben wurde - 55 Prozent der Bürgerinnen und Bürger der Meinung, dass Olaf Scholz (64, SPD) mit seinem Kanzleramt überfordert ist. Spezifiziert haben davon 31 Prozent derzeit „eher nicht“ den Eindruck, dass Olaf Scholz den aktuellen Herausforderungen gewachsen ist. 24 Prozent gaben gar an, sie haben den Eindruck, dass dies „absolut nicht“ der Fall sei.

Insa-Umfrage: Neben Olaf Scholz schneidet auch Friedrich Merz schlecht in der Kanzlerfrage ab

Auch bei der hypothetischen Frage nach der Idealbesetzung für das Kanzleramt kann Scholz in der Umfrage keine überzeugenden Ergebnisse erzielen. Könnten die Befragten nämlich direkt über die Besetzung des Amtes entscheiden, würden sich laut Umfrage gerade einmal 27 Prozent für Scholz entscheiden. Auf den CDU-Vorsitzenden und Oppositionsführer Friedrich Merz entfielen 15 Prozent der Stimmen. Fast die Hälfte der Befragten – nämlich 49 Prozent – würden keinen der beiden Kandidaten wählen.

Olaf Scholz
Viele Bundesbürgerinnen und Bürger halten Olaf Scholz seine Aufgaben nicht gewachsen. © Christophe Gateau/dpa

Teilweise starke Kritik widerfuhr Scholz jüngst wegen der Nutzung seiner Richtlinienkompetenz im Zuge der Beteiligung chinesischer Investoren an einem Umschlagterminal des Hamburger Hafens. Die Kritik an der Entscheidung, eine Beteiligung Chinas zuzulassen, spiegelt sich ebenso in der Umfrage wider. Denn 39 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass solche Vorgänge stärker eingeschränkt werden sollte. Weitere 34 Prozent sprechen sich sogar für ein Verbot aus.

Insa-„Sonntagstrend“: Ampel-Koalition mit knapper Mehrheit trotz Zweifeln an Olaf Scholz

ParteiStimmenanteil in Prozent
SPD20 Prozent
Grüne18 Prozent
FDP9 Prozent
CDU/CSU26 Prozent
AfD15 Prozent
die Linke5 Prozent
Quelle:https://www.wahlrecht.de/umfragen/insa.htm

Über mehr Rückhalt kann sich dagegen scheinbar die Bundesregierung in ihrer Gesamtheit erfreuen. Im zuletzt erhobenen „Sonntagstrend“ durch Insa konnten die Ampelparteien eine Mehrheit erzielen. Hier kamen SPD (20 Prozent), Grüne (18 Prozent) und FDP zusammen auf 47 Prozent. Die im Bundestag vertretenen Oppositionsparteien CDU/CSU (26 Prozent), AfD (15 Prozent) und Linke (5 Prozent) kommen den Angaben zufolge zusammen auf 46 Prozent. Für diese Erhebung wurden laut dpa 1230 Personen befragt.

Unterdessen zeichnet sich in Niedersachsen nach den Landtagswahlen eine neue Koalition ab. Statt in einer Großen Koalition aus SPD und CDU sollen die Grünen neuer Regierungspartner unter Ministerpräsident Stephan Weil werden. (nki)

Insa hat für die Bild am Sonntag insgesamt 1230 Personen im Zeitraum vom 24. bis zum 28. Oktober nach ihrer Wahlabsicht gefragt, falls am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre. Die maximale Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,9 Prozentpunkten.

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