Kampf gegen Ausbeutung verbessern

Menschenhandel: Europarat kritisiert Deutschland

Berlin - Der Europarat hat Deutschland zu mehr Anstrengungen beim Kampf gegen den Menschenhandel aufgefordert. Dabei sollen vor allem Kinder besser geschützt werden.

So müsse die Identifizierung von Opfern, die sexuell oder als billige Arbeitskräfte ausgebeutet würden, verbessert werden, forderte die Expertengruppe für die Bekämpfung des Menschenhandels (Greta) in ihrem am Mittwoch veröffentlichten ersten Bericht zur Lage in der Bundesrepublik. Dies gelte besonders für Kinder.

Bisher habe Deutschland keine "spezifischen oder landesweiten Maßnahmen ergriffen", um minderjährige Opfer des Menschenhandels - die beispielsweise zum Betteln gezwungen oder als Sexobjekte ausgebeutet werden - auszumachen und angemessen zu schützen. Insgesamt müsse die Zusammenarbeit zwischen dem Bund und den Ländern besser koordiniert werden, heißt es in dem Bericht. Dabei müssten Kirchen, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen stärker eingebunden werden.

Notwendig sei eine "nationale Strategie" gegen den Menschenhandel "mit allen seinen Formen der Ausbeutung". Auch die Ernennung eines unabhängigen Beauftragten, der die Aktionen gegen Menschenhandel bundesweit koordiniert, solle in Betracht gezogen werden.

Die Experten des Europarats bescheinigten Deutschland aber auch Fortschritte, etwa beim Schutz der Opfer und bei der internationalen Kooperation im Kampf gegen Menschenhändler, wie etwa Schleusern. So habe das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) eine Reihe von Beamten entsprechend ausgebildet. Die Expertengruppe verweist auf Angaben des BAMF, wonach von Anfang 2012 bis Ende 2014 rund 80 Asylbewerber in Deutschland als Opfer des internationalen Menschenhandels ausgemacht wurden.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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