Kanzlerin spricht über das Thema Flüchtlinge

Angela Merkel bei Anne Will: Der Schnellcheck zur ARD-Sendung

Bundeskanzlerin Angela Merkel stand bei Anne Will Rede und Antwort zum Thema Flüchtlinge. Der HNA-Schnellcheck zur ARD-Sendung.

War Anne Will mehr als nur Stichwortgeberin für Angela Merkel?

Anne Will mühte sich redlich, Angela Merkel mit spitzen Fragen aus der Reserve zu locken: Ob sie mit ihrer Flüchtlingspolitik womöglich „ihre Kanzlerschaft riskiere“, ob sie nicht eigentlich sagen müsse „Ich schaffe das!“, weil außer ihr niemand mehr mitmache, ob sie mit Selfies an der Seite von Flüchtlingen nicht falsche Signale in die Welt sende? Das retournierte Merkel, so oft Will damit wiederkam. Richtig unwirsch wurde die Kanzlerin, als die ARD-Moderatorin von ihr etwas zu Gerüchten um eine bevorstehende Friedensnobelpreis-Verleihung hören wollte. Das wischte Merkel fast ärgerlich weg – ganz falsches Thema. „Die Diskussion bedrückt mich fast. Sie können mir glauben, dass ich beschäftigt bin.“

Wo war die Kanzlerin am überzeugendsten?

Als sie offen zugab, manchmal – wie auch Horst Seehofer, Kritiker ihrer Flüchtlingspolitik – nicht zu wissen, „was morgen ist“. Trotzdem werde sie „arbeiten, so viel ich nur kann“, sagte Merkel – wie Horst Seehofer das auch mache. Wie sie dennoch versuchte, Ängsten und Sorgen doch auch Optimismus und Zuversicht entgegenzusetzen. Als sie sagte, „es zeichnet unser Land aus, dass uns das Schicksal von Flüchtlingen nicht egal ist“. Und zwar nicht nur in Sonntagsreden.

Wo argumentierte Merkel am schwächsten?

Da, wo sie versuchte, das was sie einerseits historische Bewährungsprobe nannte, in handhabbare Schlagworte zu packen: Man müsse die Ausnahmesituation jetzt „kontrollierter, gesteuerter und geordneter“ gestalten. Das klang dann zu spröde-technokratisch im Vergleich zu anderen Bekenntnissen, mit denen die CDU-Politikerin eigene Gefühle und Grundüberzeugungen äußerte.

Fazit: Punktsieg für Merkel – nicht weil sie beschönigte oder verharmloste, sondern ihre Linie gut begründete und aufrecht verteidigte.

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Rubriklistenbild: © dpa

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