"Fuck the EU"

Merkel: Nuland-Aussage "absolut unakzeptabel"

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Die US-Europabeauftragte Victoria Nuland kürzlich bei einem Besuch in Kiewe, wo sie in der Orthodoxen Kathedrale eine Kerze anzündete.

Berlin - Deutliche Worte nach dem bösen Aussetzer: Bundeskanzlerin Angela Merkel  (CDU) hat die undiplomatische Äußerung der US-Europabeauftragten Victoria Nuland  scharf kritisiert.

Die Kanzlerin halte die Äußerung für "absolut unakzeptabel", sagte Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz am Freitag in Berlin. Es liege Merkel daran, nochmals hervorzuheben, dass die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton  einen "hervorragenden Job" mache. Die Europäische Union werde sich "weiter mit großer Intensität bemühen, die Lage in der Ukraine zu beruhigen".

Die Vize-Regierungssprecherin sagte auf die Frage, ob eine Entschuldigung Nulands bei der Bundesregierung eingegangen sei, dass es "einen Kontakt ins Kanzleramt" gegeben habe. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte, im Ministerium von Frank-Walter Steinmeier  (SPD) sei nach seiner Kenntnis keine Entschuldigung eingegangen. Der Sprecher kommentierte den Vorfall mit den Worten: "Hieran sieht man einmal mehr, Abhören ist halt blöd."

Die Europa-Beauftragte von US-Außenminister John Kerry, Nuland, hatte in einem Telefonat mit dem US-Botschafter in Kiew, Geoffrey Pyatt, über die Rolle der Europäer in der Ukraine-Krise "Fuck the EU" gesagt.

Das Telefonat war am Donnerstag bei youtube aufgetaucht.

Nach Angaben des US-Außenministeriums entschuldigte sich Nuland inzwischen bei ihren EU-Kollegen. Die USA vermuten Russland hinter dem Leck.

EU-Chefdiplomatin verärgert über die USA

Die Europäische Union hat sich verärgert über kritische Äußerungen der USA über ihre Politik in der Ukraine gezeigt. Dies geht aus einem am Freitag bei Youtube  veröffentlichten Ausschnitt aus einem abgehörten Telefongespräch zwischen der Generalsekretärin des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD), Helga Schmid, und dem EU-Botschafter in Kiew, Jan Tombinski, hervor.

„Die Amerikaner gehen ein bisschen rum und erzählen, dass wir zu weich sind, während sie stärker sind und auf Sanktionen gehen“, sagte Schmid dieser Aufzeichnung zufolge, die offensichtlich am 31. Januar gemacht wurde. „Was Du wirklich wissen solltest und was uns sehr ärgert: Dass die Amerikaner wirklich rumgehen und die EU an den Pranger stellen und sagen, wir seien da zu soft.“ Die EU sei „überhaupt nicht soft“. Sie wolle „nicht, dass Cathy (Ashton) beschädigt wird“, sagte Schmid über die EU-Außenbeauftragte. Ashton werde das Thema mit US-Außenminister John Kerry ansprechen. Sie traf Kerry am Rand der Münchner Sicherheitskonferenz. Das Vorgehen der Amerikaner sei „wirklich sehr unfair“.

AFP/dpa

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