Debatte um Endlager

Merkel: "Deutschen Atommüll bei uns lagern"

+
Kanzlerin Angela Merkel hat klargestellt, dass der deutsche Atommüll nicht im Ausland endgelagert wird. Es sei klar, „dass wir unseren Abfall bei uns lagern.“

Wilhelmshaven - Kanzlerin Angela Merkel hat klargestellt, dass der deutsche Atommüll nicht im Ausland endgelagert wird. Es sei klar, „dass wir unseren Abfall bei uns lagern.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist Befürchtungen wegen einer möglichen Endlagerung deutschen Atommülls im Ausland entgegengetreten. Absicht der Bundesregierung sei, „dass wir unseren Abfall bei uns lagern“, sagte Merkel nach einer Klausur des CDU-Bundesvorstands am Samstag in Wilhelmshaven. Diese Haltung sei „sehr gefestigt“, was sich auch an vielen Anstrengungen für Rücktransporte aus der Wiederaufbereitung im Ausland gezeigt habe.

Die Grünen kritisierten erneut einen Gesetzentwurf, wonach Atommüll-Exporte grundsätzlich ermöglicht werden sollen. Merkel mahnte einen baldigen Konsens für eine bundesweite Endlagersuche im Inland an.

Mit Blick auf SPD und Grüne äußerte die Kanzlerin die Hoffnung, dass „sehr zügig nach der Niedersachsen-Wahl“ am 20. Januar das Zeitfenster für einen überparteilichen Konsens genutzt werde. Streit gibt es unter anderem darüber, wie mit dem seit 1977 als einzige Option im Fokus stehenden Salzstock Gorleben in Niedersachsen umgegangen werden soll. Ministerpräsident David McAllister (CDU) sagte dazu in Wilhelmshaven: „Gorleben wird sich genauso einer kritischen Überprüfung unterziehen müssen wie alle anderen denkbaren Standorte in Deutschland auch.“

Die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Bärbel Höhn, sieht die Verhandlungen zur Endlagersuche durch die umstrittene Gesetzesänderung belastet. „Wer jetzt einen Export ins Spiel bringt, erschwert die Endlagersuche im eigenen Land. Jeder potenzielle Ort wird auf die Möglichkeit der Lagerung im Ausland hinweisen“, sagte sie der „Frankfurter Rundschau“ (Samstag).

Höhn warnte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) vor einem Verschieben deutschen Atommülls ins Ausland. „Den eigenen Müll muss man schon selber wegmachen und nicht auf eine Endlagerung im fernen Sibirien schielen. Das ist eine Frage der Verantwortung.“

Die schwarz-gelbe Bundesregierung will einen neuen Paragrafen ins Atomgesetz einfügen, der die „Verbringung radioaktiver Abfälle oder abgebrannter Brennelemente zum Zweck der Endlagerung“ regeln soll. Altmaier hatte eine Abschiebung des Problems ins Ausland bereits als „Unsinn“ bezeichnet. Es werde mit dem Gesetz lediglich eine EU-Richtlinie umgesetzt. Ziel bleibe eine neue, bundesweite Endlagersuche.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.