CSU und CDU

Merkels Lebensweisheiten: Söder gibt private SMS der Kanzlerin preis

Markus Söder am Handy
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Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU) stand mit Altkanzlerin Merkel (CDU) besonders in Krisenzeiten in Kontakt. (Archivfoto)

In Krisenzeiten haben Ministerpräsident Söder und Altkanzlerin Merkel Lebensweisheiten ausgetauscht. Der CSU-Chef verrät nun einige ihrer Ratschläge.

München – In schwierigen Zeiten ist guter Rat wichtig. Den hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) scheinbar häufiger von der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erhalten. Die beiden haben sich in anspruchsvollen Regierungsphasen offenbar via SMS ausgetauscht. In den kurzen Texten ging es jedoch nicht nur um Politisches. Vielmehr habe die Altkanzlerin von Zeit zu Zeit ein paar aufmunternde Worte in den Freistaat geschickt.

Im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen achtet Markus Söder die Zusammenarbeit mit Merkel sehr: „Ich habe Angela Merkel sehr zu schätzen gelernt: ihre Verlässlichkeit, ihre Souveränität und manchmal auch als Mutmacherin.“ Besonders auf den Höhepunkten der Corona-Wellen habe Kanzlerin Merkel dem Bayerischen Ministerpräsidenten mit kleinen Nachrichten zur Seite gestanden. „Ich nenne das immer Konfuzius-SMS, weil sie viel Lebensweisheit enthalten“ so Söder. „Das hat mir oft sehr geholfen.“

Merkels SMS: Söder gibt Lebensweisheiten der Kanzlerin preis

Nach „endlosen Diskussionen in Koalitionen“ habe Markus Söder Angela Merkel einmal gefragt, wie sie diese „ständig wechselnden“ Regierungspartner aushalten könne: „Man muss vergessen können“, sei die Antwort der ehemaligen Kanzlerin gewesen. Zum Thema Regieren habe sie geschrieben: „Regieren heißt leiden“, verrät der Ministerpräsident der CSU.

„Das sage ich auch immer den Freien Wählern. Oder manchmal auch mir selbst, wenn man wieder ein kleines bisschen schwankt in seiner überschwänglichen Freude über den Koalitionspartner“, stimmt Söder Merkels Ratschlag zu. Seit den Landtagswahlen in Bayern 2018 bildet die CSU zusammen mit den Freien Wählern die Regierung des Freistaats.

Markus Söder: Ministerpräsident glaubt nicht an absolute Mehrheit der CSU

In einem weiteren Interview mit der Augsburger Allgemeinen spricht Söder über die Landtagswahlen und die Möglichkeit einer absoluten Mehrheit seiner Partei. „Absolute Mehrheiten gibt es heute in Europa eigentlich nur noch in den Ländern, die den Umgang mit der Medienfreiheit wesentlich anders interpretieren als wir“, so Bayerns Ministerpräsident.

Bei der Sonntagsfrage zur Landtagswahl vor einem Jahr konnte die CSU noch die absolute Mehrheit einfahren. Bei den Bundestagswahlen holte die Partei allerdings nur 31,7 Prozent der Zweitstimmen. „Wir sind eine plurale Gesellschaft, die immer vielfältiger wird.“ Der enorme Zuzug habe Bayern verändert. Jüngere Generationen mit unterschiedlichen Einstellungen und Erwartungen seien in den Freistaat gekommen. Zudem gebe es, anders als vor 20 Jahren, „breitere Angebote im bürgerlichen Parteienspektrum“. „Es gibt die FDP, die Freien Wähler und - deutlich rechts vom bürgerlichen Lager - auch eine AfD“, sagt Söder.

Für die Union steht eine wichtige Entscheidung an. Bis zum Januar 2022 muss über einen neuen Partei-Vorsitz der CSU abgestimmt werden. Im Rennen um den Führungsposten sind Friedrich Merz, Norbert Röttgen und Helge Braun. (aa/dpa)

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