Die Rache der AfD

Meuthen kontert CSU-Attacke - auch Söder nennt AfD „unbayerisch“

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Jörg Meuthen, Bundesvorsitzender der AfD. 

Nach einer scharfen Attacke der CSU schlägt AfD-Chef Jörg Meuthen ebenso gnadenlos zurück - und unterstellt der christlich-sozialen Partei unter anderem einen regelrechten Antifa-Jargon. 

Berlin - AfD-Chef Jörg Meuthen hat die Attacke der CSU auf seine Partei in scharfer Form erwidert. Meuthen betonte am Samstag, die AfD sei klar konservativ, bürgerlich-freiheitlich und patriotisch. „Die Verzweiflung in der CSU muss sehr groß sein, wenn sie das als unbayerisch bezeichnet.“ Das erstaune angesichts der desolaten Verfassung der CSU aber nicht mehr. „Die CSU ist inzwischen im Antifa-Jargon angelangt.“ Die Quittung dafür gebe es im Oktober bei der Landtagswahl.

Meuthen reagierte auf ein Strategiepapier von CSU-Generalsekretär Markus Blume, über das der Parteivorstand auf seiner Klausur am Samstag beraten wollte. „Die AfD ist ein Feind von allem, für das Bayern steht“ und „Brauner Schmutz hat in Bayern nichts verloren!“, heißt es dort unter anderem.

Die Vizechefin der Bundestagsfraktion, Beatrix von Storch, erklärte, die Landtagswahl werde zeigen, dass diese Form des Umgangs miteinander falsch sei. Blume geriere sich zunehmend als Ralf Stegner der CSU, fügte sie auf Twitter mit Blick auf den stellvertretenden SPD-Vorsitzenden hinzu, der sich oft mit scharfer Kritik an politischen Gegnern zu Wort meldet.

Unterdessen hat auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) scharfe Kritik an der AfD geübt. „Wir wollen uns ganz klar abgrenzen von Gruppen wie der AfD, wollen zeigen, dass die AfD unbayerisch ist, dass sie mit Bayern überhaupt nichts zu tun hat“, sagte Söder am Samstag vor einer Klausurtagung des CSU-Vorstands in München. Die AfD insgesamt schwäche das demokratische System. Deshalb sei es besser, „eine klare bürgerliche Politik zu bündeln“, sagte Söder und warnte vor einer Zersplitterung der Parteienlandschaft wie in anderen Bundesländern: „Wir wollen Stabilität, und Stabilität heißt eben gerade: keine AfD.“

Seehofer wirbt eindringlich um die bürgerliche Mitte 

CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer betonte, man wolle Wähler, die der CSU in Richtung AfD den Rücken gekehrt hätten, zurückgewinnen. „Aber unser Wählerspektrum ist wesentlich breiter: Es ist die bürgerliche Mitte, und um die werben wir.“ Mit Blick auf die AfD betonte Seehofer: „Dort, wo sie Irrwitziges vertritt, und das ist nicht wenig, werden wir sie stellen, das ist klar. Aber ansonsten werben wir für unsere Politik und für die bürgerliche Mitte.“

dpa

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