Flüchtlingspolitik

Belarus: Große Gruppe Geflüchtete unterwegs nach Polen - begleitet von bewaffneten Einheiten

Migranten an der polnisch-belarussischen Grenze
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Polnische Soldaten errichten einen Stacheldrahtzaun entlang der polnisch-belarussischen Grenze.

Eine große Gruppe Migrant:innen ist von Belarus aus auf dem Weg ins EU-Land Polen. Neueste Berichte besagen, sie werden von bewaffneten belarussischen Einheiten geführt.

Minsk/Warschau – Nach Angaben der Behörden von Belarus befindet sich eine größere Gruppe von Migrant:innen auf dem Weg von Belarus zum EU-Nachbarland Polen*. Fotos zeigen Hunderte Menschen, die ihr Hab und Gut bei sich tragen. Nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Belta habe der Grenzschutz der autoritär geführten Ex-Sowjetrepublik „alle notwendigen Maßnahmen“ ergriffen, um die „Sicherheit“ zu gewährleisten.

Die polnische Regierung ist der Ansicht, die Gruppe könnte versuchen, in der Nähe des Ortes Kuznica Bialostocka die Grenze zu durchbrechen. „Nach neuesten Informationen steht diese riesige Gruppe von Migranten unter der Kontrolle von bewaffneten belarussischen Einheiten, die entscheiden, wohin sie gehen darf und wohin nicht“, schrieb Polens Geheimdienstkoordinator Stanislaw Zaryn auf Twitter. Er sprach von einer weiteren feindseligen Aktion des Nachbarlands gegen Polen. Die polnische Regierung berief daraufhin einen Krisenstab ein.

Grafik zur unerlaubten Einreise aus Belarus.

Litauen erhöht Schutzmaßnahmen: Truppen der Armee werden in Bereitschaft gesetzt

Auch Litauen erhöht seine Schutzmaßnahmen. „Wir bereiten uns auf alle möglichen Szenarien vor“, sagte Grenzschutzchef Rsuamas Liubajevas. Es gab dazu auch ein Treffen mit der Armee. „Wir planen, eine zusätzliche Anzahl von Truppen in Bereitschaft zu versetzen“, so Luibajevas weiter.

Lukaschenko werde Migranten auf Weg in den „gemütlichen Westen“ nicht mehr aufhalten

Alexander Lukaschenko, Machthaber in Belarus, steht in der Kritik, Menschen aus Krisenregionen einfliegen zu lassen, um sie dann in die EU zu schleusen. Als Reaktion auf Sanktionen gegen sein Land* habe er erklärt, Menschen auf ihrem Weg zu einem besseren Leben im „gemütlichen Westen“ nicht mehr aufzuhalten. Es gab bereits mehrere Todesfälle unter Migrant:innen in der Grenzregion. In den vergangenen Monaten hatten die EU-Länder Polen und Litauen mehrere Tausend Grenzübertritte gemeldet.

Seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr erkennt die EU Lukaschenko nicht mehr als Staatsoberhaupt von Belarus (früher: Weißrussland) an. Der von Kritikern der „letzte Diktator Europas“ bezeichnete Politiker wird von Russlands Staatsoberhaupt Wladimir Putin* unterstützt. Am Montag (08.11.2021) begrüßte der Kreml das Vorgehen der Behörden im Zusammenhang mit den Migrant:innen. (Lukas Zigo/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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