Vorbei an Zoll und Finanzamt

Millionen Zigaretten in Diplomatenpost - Ex-Generalkonsul gesteht

Frankfurt. Diplomatenpost ist für Kontrolleure normalerweise tabu. Deshalb konnten Millionen Zigaretten an Zoll und Finanzamt vorbei ins Land gelangen. Ein Ex-Diplomat gestand den Schmuggel vor Gericht.

In der Diplomatenpost mit dem Dienstsiegel und der Unterschrift des ehemaligen Generalkonsuls von Kasachstan sind Millionen Zigaretten nach Deutschland geschmuggelt worden. Vor Gericht in Frankfurt legten der 54 Jahre alte Ex-Diplomat und drei Mitangeklagte am Dienstag ein Geständnis ab. Die 37 bis 54 Jahre alten Männer müssen sich vor dem Landgericht wegen Steuerhinterziehung und Zollvergehen im Umfang von rund 1,7 Millionen Euro verantworten.

Mindestens 20 Schmuggel-Sendungen aus Kasachstan sollen auf das Konto der Gruppe gehen. Der Inhalt wurde laut Anklage im Restaurant eines Mitangeklagten verkauft. Kontrolliert wurden die Sendungen als Diplomatenpost zunächst nicht. Erst nach einem anonymen Hinweis wurden sie geröntgt und die Mobiltelefone der Beschuldigten abgehört. Im August vergangenen Jahres kamen die Männer in U-Haft.

Nach dem Geständnis der Angeklagten und Gesprächen zwischen dem Gericht, den Verteidigern und der Staatsanwaltschaft zeichneten sich nach Angaben des Vorsitzenden Richters Haftstrafen von bis zu drei Jahren und drei Monaten ab.

Vergeblich hatte die Verteidigung des mitangeklagten Stellvertretenden Generalkonsuls den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragt. Hintergrund ist ein mögliches Strafverfahren in Kasachstan nach einer Abschiebung der Angeklagten. Nach Mitteilung des kasachischen Generalstaatsanwaltes drohten dort bis zu zwanzig Jahre Haft. (dpa)

Rubriklistenbild: © dpa

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