Neue Gewalt in Nahost

Schwangere Frau und Kleinkind bei israelischem Luftangriff getötet

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Explosion in Gaza-Stadt nach einem israelischen Luftangriff. Zuvor waren rund 150 Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert worden.

Erneut ist es zwischen Gaza und Israel zu Gewalt gekommen. Aus dem Küstengebiet feuerten Palästinenser Raketen in Richtung Israel, die Armee reagierte mit Luftangriffen. Mindestens drei Palästinenser starben.

Gaza - Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen sind nach Angaben palästinensischer Behörden eine schwangere Frau und ihre 18 Monate alte Tochter getötet worden. Der Vater wurde bei dem Angriff in Deir al-Balah in Zentralgaza verletzt, wie das Gesundheitsministerium in Gaza am frühen Donnerstagmorgen mitteilte. Die 23-jährige Frau sei im neunten Monat schwanger gewesen.

Zuvor war ein Mitglied des bewaffneten Flügels der im Gazastreifen herrschenden Hamas bei einem Luftangriff auf sein Auto getötet worden. Acht weitere Palästinenser wurden dem Ministerium zufolge verletzt.

Rund 150 Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert

Nach Angaben der israelischen Armee vom Donnerstagmorgen wurden rund 150 Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert, drei Israelis wurden demnach leicht verletzt. 25 Raketen wurden abgefangen, die meisten landeten auf freiem Gelände. Die israelische Armee attackierte nach eigenen Angaben daraufhin ihrerseits mehr als 20 Ziele im Gazastreifen. Ein Armeesprecher machte die Hamas für die jüngste Eskalation verantwortlich.

Der UN-Nahostgesandte Nickolaj Mladenow zeigte sich „alarmiert über die jüngste Eskalation der Gewalt zwischen Gaza und Israel“. Er rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf und warnte vor einer weiteren Zuspitzung der Situation.

Seit Ende März sind bei Protesten und Konfrontationen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza über 160 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet worden. Ein israelischer Soldat wurde erschossen.

Palästinenser fordern ein Ende der Gaza-Blockade

Die Palästinenser fordern ein Ende der Gaza-Blockade und ein Rückkehrrecht in ihre frühere Heimat oder die ihrer Eltern und Großeltern. Diese Dörfer oder Städte gehören heute zum israelischen Staatsgebiet. Sie beziehen sich dabei auf Flucht und Vertreibung Hunderttausender Menschen im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948. Israel lehnt die Forderungen ab.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas wird von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahne geschrieben.

dpa

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