Autobombe in Kabul gezündet: Ein Toter, viele Verletzte

+
Zu der Tat bekannten sich die Taliban. Foto: Hedayatullah Amid

Die Taliban verüben einen weiteren Anschlag in Kabul - nur Stunden, nachdem Pakistan und Afghanistan dort über Friedensgespräche mit den Aufständischen diskutiert hatten.

Kabul (dpa) - Die Taliban haben ihre Serie von Angriffen mit einem Autobombenanschlag in Kabul fortgesetzt. Dabei sei ein Mensch getötet worden, sagte der Sprecher der Kabuler Polizei, Basir Mudschahid.

13 Menschen seien verletzt, darunter drei Frauen und ein Kind. Der britische Sender BBC berichtete unter Berufung auf das Gesundheitsministerium von 33 Verwundeten, darunter 18 Kinder.

Der Sprengsatz explodierte um 8.00 Uhr (Ortszeit). Polizeisprecher Mudschahid sagte, er sei in der Nähe "einer militärischen Einrichtung" hochgegangen. Sicherheitsberater in Kabul gaben an, das amerikanische Camp Sullivan sei betroffen gewesen.

Die Taliban haben in den vergangenen Wochen eine ganze Serie öffentlichkeitswirksamer Anschläge begangen. Vor zwei Wochen griffen sie den militärischen Teil des zweitgrößten afghanischen Flughafens in Kandahar an. 50 afghanische Soldaten und Zivilisten wurden getötet. Kurz darauf stürmten sie die spanische Botschaft in Kabul, wo vier afghanische und zwei spanische Polizisten getötet wurden.

Die Aufständischen versuchen auch, mehrere Bezirke in der wichtigen Südprovinz Helmand zu erobern. Die Gefechte im Bezirk Sangin gehen auch am achten Tag nach der Erstürmung des Bezirkszentrums durch Taliban weiter - trotz ständiger Verstärkung der Sicherheitskräfte und internationaler Luftschläge auf Talibanstellungen.

Gleichzeitig planen die pakistanische und die afghanische Regierung weiter Friedensgespräche mit Taliban. Erst am gestrigen Sonntag beschlossen der pakistanische Armeechef Raheel Sharif und der afghanische Präsident Aschraf Ghani bei einem Treffen in Kabul, den Friedensprozess "mit willigen Taliban" fortzusetzen. Was die Unwilligen angehe, so werde es bald "ein gemeinsam ausgearbeitetes Rahmenwerk" geben, hieß es am Sonntagabend in einer Mitteilung des pakistanischen Militärs. Im Januar wollen Vertreter Afghanistans, Pakistans, Chinas und der USA einen konkreten Plan entwerfen.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.