Dashcams

Kommentar zu Kameras in Privat-Autos: "Unter Hilfssheriffs"

Kassel. Immer mehr Privatleute hängen Mini-Kameras hinter ihre Windschutzscheibe ins Auto, um den Verkehr vor sich zu filmen. Dazu ein Kommentar von HNA-Redakteur Wolfgang Riek:

Was von unseren Mails und Telefonaten bei US-Geheimdiensten landet, weiß man zumindest grob, seit Edward Snowden sein Insiderwissen preisgab. Was aus sozialen Netzwerken abgefischt wird, deren Datenfluss Experten von vornherein weitgehend unkontrollierbar nennen, ahnt man.

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Und jetzt mit Dashcams hinter Autoscheiben die rasante Variante des vor Jahren viel gescholtenen Street View, für den kamerabestückte Google-Fahrzeuge alle Straßenzüge Deutschlands ins Netz stellen sollten?

Es gibt Länder und Versicherer, die Dashcams vorschreiben. Deutschland gehört nicht dazu. Bei uns fallen Persönlichkeitsrechte des Einzelnen mehr ins Gewicht als Beweisprobleme von Unfallgegnern und Assekuranzen. Und Fälle, in denen dauerfilmende Dashcam-Piloten ihren Vordermann, der bei Rot abbiegt, flugs im Internet anprangern, sind aktenkundig.

Autofahrer als Hilfssheriffs und Denunzianten, denen Minikameras ihre ganz persönliche Vorratsdatenspeicherung erlaubt? Fortsetzung kleinkarierten Nachbarschaftsstreits auf der Straße? Nein danke. Die Billigtechnik schürt Begehrlichkeiten. Dass dabei nicht eben mal so ein Grundrecht unter die Räder kommt, ist Kern des Datenschutzes. Das ist ein Glück - und zu verteidigen. wrk@hna.de

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