Erste alte Altkennzeichen für Autobesitzer

"EIN" statt "NOM": Erste alte Altkennzeichen übergeben

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Minister Jörg Bode mit den neuen Kennzeichen.

Einbeck. Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) hat am Donnerstag in Einbeck (Kreis Northeim) die landesweit offiziell ersten Altkennzeichen überreicht.

Horst Bode strahlt über das ganze Gesicht: Der 73-Jährige ist der erste Niedersachse, der für sein Auto ganz offiziell ein neues Altkennzeichen erhält. Der "Ur-Einbecker", dessen Heimatstadt seit der Gebietsreform in den 1970er Jahren im Landkreis Northeim liegt, kann das wenig geliebte NOM gegen EIN für Einbeck tauschen.

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Dass sein Namensvetter ihm hilft, das frisch geprägte Nummernschild an sein Cabriolet zu schrauben, freut den Rentner besonders. Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode hat sich am Donnerstagmorgen zur Zulassungsstelle in Einbeck fahren lassen, um vor laufenden Kameras werbewirksam die landesweit ersten Nummernschilder mit alten Regionalkürzeln zu übergeben.

Es sei erfreulich, das Niedersachsen als erstes Bundesland die Genehmigung zur Wiedereinführung alter Kennzeichen erhalten habe, sagte Bode. Seit Donnerstag dürfen außer Einbeck auch die früheren Kreisstädte Bad Gandersheim, Norden, Bremervörde, Alfeld, Duderstadt, Hannoversch Münden, Braunlage, Clausthal-Zellerfeld und Rinteln ihre alten Kennzeichen auf Wunsch wieder ausgeben.

Viele Menschen empfänden die alten Kennzeichen als Ausdruck heimatlicher Verbundenheit und Tradition, glaubt der Verkehrsminister. Das Interesse sei jedenfalls riesig. Alleine im Landkreis Northeim haben sich schon jetzt mehr als 3000 Autofahrer gemeldet, die ihre NOM-Kennzeichen gegen EIN oder GAN eintauschen möchten. "Wir werden dafür sorgen, dass dies möglichst schnell geht und die Zulassungsstellen personell verstärken", versicherte Landrat Michael Wickmann (SPD). "Die alten Kennzeichen wurden in Einbeck und Bad Gandersheim vermisst. Schön dass sie jetzt wieder unterwegs sind."

Auch andernorts, wie in Hannoversch Münden oder Duderstadt, haben schon lange vor dem ersten Ausgabetermin Hunderte von Autofahrern neue Altkennzeichen beantragt. Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) glaubt, dass viele Bürger mit den historischen Kürzeln ihre Heimatbindung unterstreichen wollen. Er verspricht sich davon aber auch zusätzliche Marketingeffekte für die Kommunen.

Auch Wolfgang Steinhoff, der am Donnerstag mit Minister-Hilfe das erste Kennzeichen mit dem alten Kürzel GAN erhielt, will Werbung für seine Heimatstadt machen. Er ließ sich das Schild an sein Reisemobil schrauben, um Bad Gandersheim auch auf Straßen außerhalb Deutschlands repräsentieren zu können.

Die alten Kürzel zu vergeben, sei aus Sicht der Verkehrsbehörden ein Leichtes, sagte Minister Bode. Und auch der Polizei dürften die reaktivierten Kennzeichen keine Probleme machen.

"Dafür machen die historischen Kennzeichen viele Bürger glücklich", glaubt Northeims Landrat Wickmann. Und dass die Neuerung die öffentlichen Kassen nicht belastet, lässt ihn, den Verkehrsminister und den Einbecker Bürgermeister Ulrich Minkner lächeln. Die Kosten von rund 40 Euro für neue Altkennzeichen trägt nämlich alleine der Autofahrer, der sie haben möchte.

Minkner glaubt, dass nach und nach alle Einbecker Autofahrer aus Verbundenheit mit der Stadt zum Kürzel EIN zurückkehren werden. "Und da es nicht mehr kostet als eine Krawatte wäre ein neues Nummernschild mit Altkennzeichen doch auch ein schönes Weihnachtsgeschenk - zum Beispiel für den heimatverbundenen Opa".

Großen Kundenandrang gab es auch am frühen Morgen im ostfriesischen Norden. "Bereits um sechs Uhr stand der erste Autofahrer für das neue Altkennzeichen an", sagte Ingrid Evers von der Zulassungsstelle des Landkreises Aurich. Bis um zehn Uhr waren bereits 100 Schilder vergeben - das ist sonst die Quote eines ganzen Tages in der Außenstelle in Norden. Seit zwei Jahren hatte die Stadt die Werbetrommel für die Altkennzeichen aus der zeit vor 35 Jahren gerührt. (dpa)

Hintergrund: Diese Kennzeichen sind erhältlich

- NOR für Norden im Landkreis Aurich
- DUD für Duderstadt im Landkreis Göttingen
- HMÜ für Hann. Münden im Landkreis Göttingen
- BRL für Braunlage im Landkreis Goslar
- CLZ für Clausthal-Zellerfeld im Landkreis Goslar
- ALF für Alfeld im Landkreis Hildesheim
- EIN für Einbeck im Landkreis Northeim
- GAN für Bad Gandersheim im Landkreis Northeim
- BRV für Bremervörde im Landkreis Rotenburg
- RI für Rinteln im Landkreis Schaumburg

Fotostrecke: Ansturm auf die HMÜ-Kennzeichen

Ansturm auf die HMÜ-Kennzeichen

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