Elf hessische Minister im Überblick

Ministercheck der Koalition: Wer setzte Akzente?

Die elf hessischen Minister sind in unterschiedlichem Maße in der Öffentlichkeit präsent. Wir haben sie einem Check unterzogen.

Sie setzten Akzente 

Volker Bouffier (CDU, 64): Der Ministerpräsident hat durch seine Rolle als Bundesratspräsident noch mehr Aufmerksamkeit erlangt und ist Hessens auffälligstes Kabinettsmitglied. In der Flüchtlingsfrage teils mit polemischen Aussagen, etwa als er sich gegen das Taschengeld für Flüchtlinge aussprach. Zeigt in der Flüchtlingsfrage viel Präsenz. 

Stefan Grüttner (CDU, 59): Ist als Sozialminister eher unfreiwillig in den Vordergrund geraten, weil sein Ministerium für die Flüchtlinge zuständig ist. Kernige Thesen sind nicht sein Metier. Grüttner verkörpert Sachlichkeit. Das richtige Rezept bei diesem Thema. 

Thomas Schäfer (CDU, 49): Der schlagfertige Finanzminister konnte im vergangenen Jahr einige Investitionsprogramme für Kommunen vorstellen und rückte sich dadurch in ein gutes Licht. Muss mit Blick auf die Schuldenbremse und die Belastung durch die Aufnahme von Flüchtlingen immer wieder mahnend den Finger heben. 

Tarek Al-Wazir (Grüne, 45): Hessens Wirtschaftsminister war zuletzt weniger präsent, hebt aber die grüne Handschrift der Regierung immer wieder hervor. Langjährige Beobachter urteilen: Frühere Aufmüpfigkeit und spitze Zunge sind staatsmännischem Auftreten gewichen. 

Peter Beuth (CDU, 48): Ist gefragter Minister, weil das Thema Salafismus und Terrorismus in den Fokus rückte. Macht aus seiner gefragten Rolle noch zu wenig, wirkt medial teilweise blass. Tritt anders als seine Vorgänger nicht als „harter Hund“ auf. 

Eva Kühne-Hörmann (CDU, 53). Besetzt die Themen, die der Innenminister vernachlässigt. Setzte sich etwa für härtere Strafen für Menschen aus Deutschland ein, die sich dem Islamischen Staat in Syrien anschlossen und dann nach Deutschland zurückkehren. 

Sie hielten sich im Hintergrund

Priska Hinz (Grüne, 56): Ist nach unauffälligem ersten Jahr als Umweltministerin mehr in den Fokus gerückt. Gerät als grüne Politikern wegen K+S-Debatte immer wieder unter Druck. Musste bei Jagdverordnung gegenüber der CDU Kompromisse machen. 

Alexander Lorz (CDU, 50): Der gescheiterte Bildungsgipfel wird den Juristen weiterhin negativ begleiten. Hat als Kultusminister alle Hände voll damit zu tun, wegen der Flüchtlinge an den Schulen mehr Lehrpersonal und Stunden zur Verfügung zu stellen. War was? 

Boris Rhein (CDU,44): Unter den Unauffälligen noch der Auffälligste. Bekam sogar von Opposition Lob für seinen Hochschulpakt, bei dem die Hochschulen bis 2020 neun Milliarden Euro erhalten. 

Axel Wintermeyer (CDU,56): Organisiert außerhalb des Rampenlichts im Hintergrund die Regierungspolitik. Ist seit einigen Monaten zudem der Koordinator für Flüchtlingspolitik. 

Lucia Puttrich (CDU, 54): Fällt auch im zweiten Jahr als Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten nicht auf.

Lesen Sie dazu auch: 

Geräuschloses Regieren: Analyse zu schwarz-grüner Koalition

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.