500.000 oder eine Million?

Ministerien über Flüchtlingszahlen: "Seriöse Prognose" nicht möglich

+
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge kann keine "seriöse Prognose" über Flüchtlingszahlen im Jahr 2016 machen.

Berlin - Die Bundesregierung legt sich nicht auf eine Vorhersage fest, wie viele Flüchtlinge in diesem Jahr nach Deutschland kommen werden. Zwei Ministerien betonten die Unmöglichkeit einer "seriösen Prognose."

„Zum derzeitigen Zeitpunkt ist es nicht möglich und hilfreich, eine seriöse Prognose für das Jahr 2016 zu erstellen“, erklärte das Bundesinnenministerium am Dienstag. Es gebe auch keine entsprechende Vorgabe des Ministeriums an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Die „Rheinische Post“ (Dienstag) hatte unter Berufung auf Kreise in der Arbeitsverwaltung berichtet, die Bundesregierung rechne 2016 mit etwa 500 000 Flüchtlingen. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) habe dem Behördenleiter Frank-Jürgen Weise die Vorgabe gemacht, das BAMF auf 500 000 Flüchtlinge auszurichten. Im vergangenen Jahr waren gut eine Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen.

Auch das BAMF betonte am Dienstag: „Eine seriöse Prognose ist aktuell nicht möglich.“ Es räumte zwar ein, dass die Zahl 500 000 mehrfach im Raum gestanden habe. Diese Größenordnung sei aber nur im Zusammenhang mit der Bearbeitungskapazität des BAMF genannt worden.

„Das BAMF rechnet damit, dass mit den zur Verfügung gestellten Ressourcen im laufenden Jahr Anträge von rund 500 000 neu ankommenden Asylsuchenden bearbeitet werden können - zusätzlich zu den 600 000 bis 700 000 Asylanträgen, die derzeit offen sind oder noch nicht gestellt werden konnten“, heißt es.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.