Vor der Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen: Weltbilder in Gefahr

Ob die Welt heute in Thüringen wirklich untergeht? Die Demokratie ist jedenfalls nicht in Gefahr, nur weil mit Bodo Ramelow ein Linker Ministerpräsident werden könnte. Im Gegenteil. So funktioniert Demokratie. Wer die meisten Stimmen bekommt, gewinnt. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Natürlich kann man darüber streiten, warum die mit Abstand stärkste Partei in Thüringen, die CDU, ihre Wähler voraussichtlich nur in der Opposition repräsentieren kann. Man kann sich auch fragen, ob sich „der“ Wähler angesichts der papierdünnen Mehrheit von Linken, SPD und Grünen nicht doch lieber stabilere Verhältnisse wünschen würde.

Aber ach: „Den“ Wähler gibt es nicht. Und deswegen lässt sich manche Koalitionsbildung wohl besser mithilfe der Chaosforschung analysieren als unter Verweis auf „den“ Wählerwillen.

Nein, nicht die Welt geht heute unter in Erfurt. In höchster Gefahr sind vielmehr Weltbilder, was manches Alarmgeschrei in Bund und Land erklärt.

Das der CDU zum Beispiel, die sich 24 Jahre lang einreden konnte, es sei normal, dass sie in dem Land regiert.

Auch das der SPD, die bis heute glauben möchte, sie sei jedenfalls mehr Volkspartei als die AfD, obwohl die sie in Thüringen aus dem Stand fast überholte.

Die größte Gefahr droht allerdings dem Weltbild der Linken. Denn die rot-rot-grüne Minimehrheit hat sich schon vor Antritt auf einen Schuldenstopp geeinigt. Willkommen in der Wirklichkeit, Weltbild begegnet Welt, das wird spannend.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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