Missbrauchsskandal an Odenwaldschule offenbar größer als angenommen

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Heppenheim. Der Missbrauchsskandal an der Odenwaldschule ist nach einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ (Samstag) größer als angenommen. „Wir gehen von etwa 500 Betroffenen aus.“

Das sagte der Vorsitzende des Opfer-Vereins „Glasbrechen“, Adrian Koerfer. Die bislang genannte Zahl von 132 Opfern sei daher nicht mehr als ein Zwischenstand. Der Missbrauchsskandal an der Schule in Heppenheim war im März 2010 neu an die Öffentlichkeit gelangt. Die Taten an dem Elite-Internat liegen Jahrzehnte zurück und gelten als verjährt, als Tatzeitraum wurden immer wieder die Jahre zwischen 1965 bis 1985 genannt. Laut einer Untersuchung wurden mehr als 130 Schüler von ihren damaligen Lehrern sexuell missbraucht.

Der Skandal hatte die bekannte Reformschule monatelang in den Schlagzeilen gehalten. Koerfer, der bis Mitte der 1970er Jahre zur Odenwaldschule (OSO) ging, schreibt in einem Gastbeitrag der „FR“: Das neue Führungsteam der einstigen Vorzeigeschule interessiere sich jedoch ebenso wenig für das wahre Ausmaß des Skandals wie das alte. „Ich muss bis heute erleben, wie sich die leitenden Gremien gegen eine vorbehaltlose, rücksichtsvolle, aber für die OSO schonungslose Aufklärung und ebenso gegen die notwendigen Konsequenzen entschieden haben.“

Im Vorstand des Trägervereins säßen Menschen, denen das Wohl der Schule wichtiger sei als das der Opfer. Erstaunt habe Koerfer vernommen, dass die Schule angeblich eine halbe Million Euro für Prävention und Aufklärung ausgeben wolle. Der Opfer-Verein dagegen habe bislang gerade mal 55 000 Euro erhalten. (dpa)

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