Angriff auf demokratischen Senatoren, aber...

Missbrauchsvorwürfe: Wieso schweigt Trump im Fall Moore?

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Wieso schweigt Trump im Fall Moore?

US-Präsident Donald Trump hat sich im Wirbel um Vorwürfe sexueller Übergriffe und Belästigungen gegen namhafte Politiker erstmals direkt zu Wort gemeldet. Nur nicht zum republikanischen Senatskandidaten Roy Moore.

In einem Tweet am Donnerstagabend (Ortszeit) griff er den demokratischen Senator Al Franken an, den die Schauspielerin und Musikerin Leeann Tweeden unter anderem beschuldigt hat, sie an den Brüsten begrapscht zu haben, während sie schlief. Sie veröffentlichte zugleich ein Foto, das den Vorwurf zu bestätigen scheint. Trump nannte Franken in seinem Tweet „Al Frankenstien“ und stellte die Frage, wo der Senator die Frau wohl sonst noch berührt habe.

Zum republikanischen Senatskandidaten Roy Moore aus Alabama, den gleich mehrere Frauen sexueller Übergriffe beschuldigt haben, schwieg Trump dagegen weiter, wie auch US-Medien am Freitag notierten. Er hat bisher lediglich über seine Sprecherin Sarah Sanders wissen lassen, dass er die Vorwürfe gegen Moore „besorgniserregend“ finde und der Ex-Richter seine Kandidatur zurückziehen sollte, falls sich die Anschuldigungen als wahr herausstellten. Zu den Anklägerinnen zählt unter anderem eine Frau, an der sich Moore vergriffen haben soll, als sie erst 14 Jahre alt war.

Trump selber ist von mehreren Frauen sexueller Übergriffe in früheren Jahren beschuldigt worden. Tatsächlich war kurz vor der Wahl 2016 eine Videoaufzeichnung aufgetaucht, in der sich Trump vulgär über Frauen äußert und sich mit sexuellen Angriffen gegen sie brüstet.

Tweeden beschuldigt Franken, einen früheren Komiker, ihr 2006 im Vorfeld eines gemeinsamen Auftritts vor Soldaten in Afghanistan einen Kuss aufgezwungen zu haben. Auf dem Rückflug sei sie dann begrapscht worden. Auf dem Foto posiert Franken mit gespreizten Händen am Oberkörper der Frau. Der 66-Jährige hatte sich am Donnerstag entschuldigt, und Tweeden nahm die Entschuldigung an - auch wenn sie sich nach eigenen Angaben gewünscht hätte, dass sie früher von Franken gekommen wäre.

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dpa

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