ADAC-Studie zeigt:

Mobilität wird für Senioren auf dem Land zum Problem

Wenig Mobilitätsangebote: Senioren oder gehbehinderte Fahrgäste haben in ländlichen Regionen kaum Alternativen zu Bus und Auto. Foto: dpa

Wie kommt man zum Bäcker, zum Arzt, ins Stammcafé oder einfach nur mal unter Leute? Zu den wesentlichen Faktoren für Lebensqualität in der dritten Lebensphase zählt auch Mobilität.

Mit zunehmendem Alter sind Menschen auf dem Land daher besonders auf Alternativen zum eigenen Auto angewiesen.

Eine aktuelle ADAC-Studie zu den Mobilitätsmöglichkeiten älterer Menschen im ländlichen Raum zeigt aber, dass attraktive Alternativen und Angebote zum eigenen Fahrzeug Mangelware sind. Damit bleibt das Auto das beherrschende Verkehrsmittel.

Carsharing in Städten

Um die erforderliche Mobilität zu gewährleisten, gewinnen Angebote wie Carsharing (englisch für „Auto teilen“) an Bedeutung. Diese werden jedoch vor allem in Städten umgesetzt. Derzeit wird in vielen ländlichen Regionen versucht, eine Grundmobilität durch einen flexiblen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aufrecht zu erhalten. Unter anderem werden in Nordhessen private Autofahrten in die Fahrpläne von Bussen und Bahnen aufgenommen.

So ist das Pilotprojekt „Mobilfalt“ des Nordhessischen Verkehrsverbundes bundesweit einmalig. Findet sich zu den festen Zeiten kein privater Fahrer, übernimmt ein Taxi die Fahrt. Der Autofahrer bekommt 30 Cent pro Kilometer. Die Kosten für jeden Mitfahrer liegen bei einem Euro pro Fahrt.

Der Startschuss für das bis Ende des Jahres laufende Projekt fiel am 19. April 2013 in Sontra. Seitdem haben sich mehr als 700 Teilnehmer in Sontra, Nentershausen, Herleshausen und Witzenhausen im Werra-Meißner-Kreis, im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sowie in Niedenstein im Schwalm-Eder-Kreis registrieren lassen.

Dass der bisherige Verlauf des Modellprojektes ein Erfolg ist, zeigt auch die Altersverteilung bei den Fahrtnutzern. Denn die beschränkt sich nicht nur auf ältere Menschen, wie das bei ehrenamtlichen Bürgerbussen oftmals der Fall ist.

Der ADAC-Vizepräsident für Verkehr, Ulrich Klaus Becker, sieht die Politik in der Pflicht: „Der ländliche Raum und seine Bewohner dürfen nicht als vernachlässigbare Restgröße behandelt werden. Die allgemeine, fast ausschließliche Fokussierung auf Metropolregionen, wie sie von Teilen der Politik und der Wissenschaft favorisiert wird, kann nicht das Ziel sein. Auch im Sinne einer funktionierenden, sozialen Gesellschaft muss die Mobilität im ländlichen Raum erhalten werden.“

Von Melanie Triesch

Weitere Informationen zum NVV-Projekt unter www.mobilfalt.de oder telefonisch: 0800 / 80 90 688.

In der gedruckten Ausgabe am Mittwoch lesen Sie außerdem:

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