Er wirft Bundesinnenminister Vorsatz vor

Moderator Michel Friedman: Seehofer hat mit Islam-Äußerung Amtspflicht verletzt

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Michel Friedman.

Der TV-Moderator Michel Friedman kritisiert Horst Seehofers Islam-Statement heftig. Der neue Bundesinnenminister habe seine Amtspflicht verletzt, wenn er darüber urteile, ob eine Religion zu Deutschland gehöre oder nicht. 

Berlin - Der umstrittene Satz von Horst Seehofer „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ schlägt weiter hohe Wellen. Fernsehmoderator Michel Friedman macht jetzt dem neuen Bundesinnenminister deswegen große Vorwürfe. In einem Gastkommentar für die Deutsche Welle schreibt Friedman, der Bundesinnenminister habe gewusst und gewollt, was dieser Satz auslösen würde. „Anstatt sich differenziert und verantwortungsvoll in die emotionale Debatte einzubringen, schüttet Horst Seehofer populistisch neues Öl ins alte Feuer.“

Es wäre nicht Aufgabe eines Bundesinnenministers, den Islam zu stigmatisieren, denn ein Bundesinnenminister sei zugleich Religions- und Verfassungsminister und trage Verantwortung dafür, „dass der Respekt gegenüber allen Religionen von ihm repräsentiert wird.“

Sich als Politiker anzumaßen, einer Weltreligion ihre Existenz als Bestandteil der religiös-gesellschaftlichen Realität in Deutschland abzusprechen, zeuge von einem sehr zweifelhaften Verständnis von Religionsfreiheit, so Friedman.

Seehofer rechtfertigt seine umstrittene Islam-Aussage

Seehofer betonte am Donnerstagabend im Interview mit dem BR, ihm sei es bei seiner Aussage nicht „um die Ausgrenzung der Menschen, die hier leben“ gegangen, sondern vielmehr um die „Identität Deutschlands“. Seiner Meinung nach könne man „im Ernst nicht bestreiten, dass das Christentum dieses Land geprägt hat. Und dass viele Elemente des Islam dieses Land nicht geprägt haben.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich umgehend von den Aussagen Seehofers distanziert.  

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