Mohammed-Film: Vergeltungsschlag in Kabul

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Gewaltätiger Protest gegen den Mohammed-Film in Kabul.

Kabul - Wegen des islamfeindlichen Mohammed-Videos müssen erneut unschuldige Menschen sterben. Derweil wollen einige deutsche Politiker verhindern, dass das Schmähvideo öffentlich gezeigt wird.

Pakistan sperrt Youtube

Angesichts der Unruhen in der muslimischen Welt wegen des Schmähvideos aus den USA wird in Deutschland weiter über ein Aufführungsverbot gestritten.Muslim-Verbände sind in der Frage uneins: Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland und der Zentralrat der Muslime sind für ein Verbot, der Liberal-Islamische Bund lehnt es ab.

Das auf Youtube in Ausschnitten veröffentlichte Video hatte in den vergangenen Tagen in vielen muslimischen Ländern antiwestliche Massenproteste entfacht. Politiker fürchten Unruhen auch in Deutschland. Sie wollen deshalb verhindern, dass der Film - wie von der rechtspopulistischen Splitterpartei Pro Deutschland geplant - öffentlich in Berlin gezeigt wird.

Zuletzt sperrte die pakistanische Regierung den Zugang zur Internetplattform YouTube. Wie am Dienstag in Islamabad verlautete, traf Premierminister Raja Pervez Ashraf die Entscheidung am Vorabend, nachdem sich YouTube geweigert hatte, Ausschnitte des Films zu entfernen. Auch andere islamische Länder haben bereits den Zugang zu dem umstrittenen Video gesperrt.

Freie Meinungsäußerung?

Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt wandte sich gegen ein Aufführungsverbot. „Das Video ist es nicht wert, dass wir das Recht auf freie Meinungsäußerung kaputtmachen“, sagte sie der „Thüringer Allgemeinen“ (Dienstag). „Ein Verbot würde nur die, die diesen Schwachsinn zu verantworten haben, zu Opfern stilisieren.“ Auch die Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes, Lamya Kaddor, sprach sich gegen ein Aufführungsverbot aus.

Von freier Meinungsäußerung könne keine Rede mehr sein, sagte der Sprecher des Koordinationsrats der Muslime in Deutschland, Ali Kizilkaya, der Berliner Tageszeitung „taz“ (Dienstag). Das Video sei eine „tiefgreifende Beleidigung“. Auch Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, plädierte für ein Verbot.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CDU) hatte am Montag dafür plädiert, eine Aufführung des Films, der den Propheten Mohammed verunglimpft, mit allen rechtlich zulässigen Mitteln zu unterbinden. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) rieten dazu, ein Verbot zu prüfen.

dpa

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