Müller: Guttenberg muss bald über Rückkehr entscheiden

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Der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg

Leipzig - Will die CSU Karl-Theodor zu Guttenberg zurück? Und will er selbst zurück? Im Frühjahr müsse Guttenberg entscheiden, ob er wieder kandidieren wolle, sagt nun Landesgruppen-Geschäftsführer Stefan Müller.

In der CSU mehren sich die Stimmen, die den einstigen CSU-Star Karl-Theodor zu Guttenberg zu einer raschen Entscheidung über eine mögliche neue Bundestagskandidatur drängen. Als erster führender CSU-Politiker forderte nun der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Stefan Müller, nach den “überraschenden Wortmeldungen in eigener Sache in den letzten Wochen“ müsse sich Guttenberg “im Frühjahr entscheiden“. “Ich sehe ihn hier in der Bringschuld“, sagte er der “Leipziger Volkszeitung“ (Montag).

“Zuerst sollte er seinen Parteifreunden in Kulmbach sagen, ob er wieder für den Bundestag kandidieren will“, sagte Müller. “Ohne Zweifel wäre er, zusammen mit vielen anderen überzeugenden Persönlichkeiten, eine entscheidende Hilfe für die anstehenden Wahlkämpfe.“ Guttenberg sei zweifellos ein großes Talent, das von seiner Anziehungskraft nur wenig eingebüßt habe. Allerdings betonte Müller auch, die CSU werde “weder in Bayern untergehen noch im Bund bedeutungslos - ganz unabhängig von Karl-Theodor zu Guttenberg“.

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Zuletzt hatte der Lichtenfelser CSU-Kreischef Christian Meißner dem “Focus“ gesagt: “Die Basis erwartet, dass sich Guttenberg endlich bekennt.“ Die Landkreise Lichtenfels, Bamberg und Kulmbach gehören zu dem Bundestagswahlkreis, in dem Guttenberg bis zu seinem Rücktritt Anfang März vergangenen Jahres direkt gewählter Abgeordneter war.

Bambergs CSU-Kreischef Thomas Silberhorn betonte allerdings zuletzt, in der Frage der neuen Kandidatur für die Wahl 2013 gebe es keinerlei Zeitdruck. Eine Entscheidung über den Bewerber stehe jedenfalls nicht vor Oktober 2012 an. Meißner erklärte aber, er gehe davon aus, dass es im Februar ein Treffen mit Guttenberg geben werde.

Guttenberg war im Zuge der Plagiats-Affäre um seine Doktorarbeit im März 2011 von allen Ämtern zurückgetreten. Vor wenigen Wochen meldete er sich mit einem Interview-Buch zurück - in dem er sich allerdings auch kritisch zur CSU äußerte. Guttenberg kritisierte, dass die Christsozialen keine Volkspartei mehr seien und “Spinnweben“ angesetzt hätten. Damit verärgerte er auch Parteichef Horst Seehofer.

Dennoch kündigte Seehofer zuletzt an, Guttenberg schon bald wieder zurückholen zu wollen. “Ich werde mich im Jahre 2012 sehr darum bemühen, dass wir zu gegebener Zeit den Karl-Theodor wieder auch für eine aktive Rolle in der CSU gewinnen“, sagte Seehofer dem Bayerischen Rundfunk (BR).

dapd

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