Netz-affiner doktorand

Mutmaßlicher IS-Sympathisant aus Darmstädter Universität angeklagt

Rund elf Monate nach der Festnahme eines an der Universität im hessischen Darmstadt tätigen mutmaßlichen IS-Sympathisanten hat die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main den Mann angeklagt.

Frankfurt/Main - Ihm werde unter anderem vorgeworfen, Mitglieder für eine ausländische Terrorvereinigung angeworben zu haben, teilte die Behörde am Dienstag mit. Das Frankfurter Oberlandesgericht (OLG) ist für den Fall zuständig und wird die Anklage prüfen. 

Der aus Syrien stammende 37-jährige frühere Doktorand soll laut Anklage 2016 in Videos und einem Kommentar im sozialen Netzwerk Facebook zur Unterstützung der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in seinem Heimatland aufgerufen haben. Während seiner späteren Untersuchungshaft soll er zudem einem Mitgefangenen Geld in Aussicht gestellt haben, um Bombenanschläge zu begehen. Dieser informierte aber die Polizei. 

Keine konkreten Anschlagspläne

Wie die Generalstaatsanwaltschaft weiter mitteilte, soll sich der Mann darüber hinaus lange vor seiner Festnahme Anleitungen zu Bau von Bomben und eines Gewehrschalldämpfers beschafft haben. Das war demnach bereits 2014. Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen fanden die Ermittler allerdings nicht. 

Die Sicherheitsbehörden waren zunächst wegen der IS-Videos auf den Mann aufmerksam geworden, am 2. Februar vergangenen Jahres durchsuchten Beamte dessen Wohnung und Büro. Nachdem bei der Analyse beschlagnahmter Speichermedien die Anleitungen zum Bombenbau gefunden wurden, beantragten die Ermittler am 23. Februar Haftbefehl. Die Darmstädter Universität beendete nach Bekanntwerden der Vorwürfe das Promotionsverfahren des Manns.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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