CDU-Abgeordneter Mindermann tritt nach Sex-Frage an Schülerin zurück

Frank Mindermann kündigte am Donnerstag seinen Rückzug an.

Hannover. Weil er eine 15-Jährige bei Facebook zu ihren sexuellen Erfahrungen befragt hat, ist der niedersächsische CDU-Landtagsabgeordnete Frank Mindermann zurückgetreten.

Der 43-Jährige gab am Freitag alle politischen Ämter auf, nachdem Einzelheiten des Facebook-Chats bekanntgeworden waren.

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Eigentlich sollte es dabei um die Möglichkeit eines Praktikums gehen. Der unverheiratete Politiker fragte die Schülerin laut dem Chatprotokoll jedoch auch, ob sie gerne Miniröcke und enge Jeans trage und wie ihr erstes Mal gewesen sei. In einer Erklärung zu seinem Rücktritt bestritt Mindermann „jeglichen Hintergedanken“. Er sei aber „moralischen Ansprüchen“, die er sich selbst gesetzt habe, nicht gerecht geworden.

Artikel aktualisiert um 17 Uhr.

Die Mutter des Mädchens hatte sich mit dem mehrseitigen Chatprotokoll an die Partei gewandt. Nach einem Gespräch mit dem Geschäftsführer der Landtagsfraktion, Jens Nacke, kündigte der Abgeordnete aus Stuhr (Landkreis Diepholz) in der vergangenen Woche zunächst an, bei der Landtagswahl 2013 nicht mehr zu kandidieren.

Als die Hintergründe für Mindermanns Rückzug öffentlich wurden, erklärte Nacke am Donnerstag, Mindermann habe „unangemessen persönliche Fragen“ gestellt und mit dem Verzicht auf die Kandidatur Konsequenzen gezogen. Von sexuellen Avancen sei nicht die Rede gewesen, sagte ein Fraktionssprecher.

Die Mutter brachte dann aber die sexuell orientierten Fragen des Politikers in die Öffentlichkeit. Die „Kreiszeitung“ in Syke dokumentierte im Internet den Chat in Auszügen und nach CDU-Angaben auch korrekt. Der Politiker erzählte der Schülerin demnach zunächst, dass er im Alter von 31 Jahren eine 16-jährige Freundin gehabt habe. Das Mädchen berichtet von einem ebenfalls älteren Freund, woraufhin Lindemann nach dem ersten Mal fragt. Das werde zu persönlich, bremst die Schülerin, woraufhin Mindermann nach ihrer Kleidung fragt.

„Ich entschuldige mich aufrecht bei dem Mädchen und seiner Familie, wenn ich an dieser Stelle auch betonen möchte, dass meine Äußerungen keinen strafrechtlich relevanten Charakter hatten“, schrieb Mindermann in seiner Erklärung. Für eine persönliche Reaktion war der 43-Jährige, der 2008 in den Landtag eingezogen war, am Freitag nicht zu erreichen.

Der Fall des niedersächsischen Hinterbänklers erinnert an Christian von Boetticher, der wegen einer Liaison mit einer 16-Jährigen im August seine Ämter als Parteivorsitzender und Wahl-Spitzenkandidat der schleswig-holsteinischen CDU aufgab. (dpa)

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