Nach Angriff auf TV5 Monde

EU-Kommission prüft Attacken auf andere Sender

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Bei einer Cyberattacke auf den französischen Sender TV5 Monde wurde der Sendebetrieb stundenlang gestört.

Berlin - Nach dem Cyberangriff auf die Rechner des französischen Senders TV5 Monde prüft die Europäische Kommission nun, ob möglicherweise auch andere Sender in Europa angegriffen wurden.

EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) sagte der "Welt am Sonntag", die Kommission habe sich von der französischen Regierung Informationen über den Angriff erbeten. "Wir schauen außerdem, ob es überhaupt die erste Attacke in Europa war - das ist ja noch völlig unklar", sagte der für die digitale Agenda zuständige Oettinger.

Außerdem diskutiert Brüssel dem Bericht zufolge, ob als Reaktion auf den Angriff die derzeit diskutierte Richtlinie über die Netz- und Informationssicherheit (NIS) noch einmal verschärft wird. Konkret gehe es um die mögliche Ausweitung der Liste von Unternehmen, die Behörden künftig verbindlich über Hackerangriffe informieren sollen. "Wir prüfen das", sagte Oettinger.

Mit solch einer erzwungenen Transparenz sollten Angriffe künftig besser abgewehrt werden können. "Ein gut organisierter Informationsaustausch zwischen den Mitgliedsstaaten über Cyber-Angriffe und IT-Sicherheitslücken kann unser Sicherheitsniveau deutlich verbessern", sagte Oettinger. Hacker könnten nicht "dieselbe Methode zwei, drei oder viermal anwenden", weil sie so lange unentdeckt blieben. Die Richtlinie solle möglichst noch vor der Sommerpause verabschiedet werden.

AFP/dpa

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