Nach Attacke auf Steinmeier

Seehofer rügt CSU-Spitzenkandidaten

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Der CSU-Spitzenkandidat Markus Ferber (l.) mit Parteichef Horst Seehofer.

Berlin - Die CSU spitzt im Wahlkampf gerne zu. Die Attacken des Europawahl-Spitzenkandidaten Ferber auf Außenminister Steinmeier gehen jedoch selbst Parteichef Seehofer zu weit.

CSU-Chef Horst Seehofer hat den Spitzenkandidaten seiner Partei für die Europawahl, Markus Ferber, nach Kritik an Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zur Ordnung gerufen. In einem Telefonat habe Seehofer seinem Unmut Luft gemacht, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“ (Freitag) unter Berufung auf CSU-Kreise. Ferber habe sich in dem Gespräch einsichtig gezeigt. Weitere Attacken auf den Außenminister werde es nicht geben.

Ferber hatte Steinmeiers jüngste Vermittlungsbemühungen in der Ukraine bei „Spiegel Online“ mit den Worten kommentiert: „Außer Spesen nichts gewesen.“ Nicht nur in der SPD löste er damit Empörung aus. Auf Anfrage der „Welt“ lehnte Ferber jeden weiteren Kommentar ab: „Dazu will ich mich nicht mehr äußern. Ich will mich auf die Europawahl konzentrieren“, sagte er.

Demonstratives Lob für Steinmeier kam aus der CDU. „Es ist unübersehbar, dass der Außenminister unermüdlich und mit großem Respekt an einer politischen Lösung in der Ukraine arbeitet. Das hat meine Anerkennung“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), der „Südwest Presse“ (Freitag) in Ulm.

Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin wertete die Äußerungen Ferbers als „Dummschwätzerei“. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag) kritisierte er den CSU-Spitzenkandidaten als „Heckenschützen“, der Steinmeiers Position schwäche. In der Ukraine-Krise komme es auf umsichtiges Handeln an. „Und darum bemüht sich Außenminister Steinmeier erkennbar.“

dpa

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