Nach Hollandes Wahlsieg: Kommentar zu einem Präsidenten in Not

Tibor Pézsa über die Präsidentenwahl in Frankreich

François Hollande hat im Wahlkampf vielen vieles versprochen, darunter auch manches, was gar nicht zueinander passen mag. Was das für ihn und Frankreichs Zukunft bedeutet, kommentiert HNA-Politikchef Tibor Pézsa.

Reinhören: HNA-Politikchef Tibor Pézsa über Hollande.

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So finden sich in Hollandes Programm nicht nur ungedeckte milliardenschwere Versprechungen, die, würden sie eingelöst, umgehend wieder die Ratingagenturen auf den Plan rufen würden. Zugleich will Hollande es aber auch schaffen, bis 2017 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Den gab es in Frankreich zuletzt 1974. Niemand weiß, wie dieses Mirakel angesichts von teuren Rentenzusagen und einer weiteren Aufblähung des französischen Staatsapparats zustande kommen soll.

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Ab heute wird Hollande der Realität ins Gesicht schauen müssen. Und die sieht bitter aus. Dazu muss man nicht nur in eine der vielen französischen Vorstädte reisen, ob in Paris, Marseille, Straßburg oder anderswo. Dort leben Parallelbevölkerungen seit Jahrzehnten vom Staat, was ein mindestens so großes finanzielles wie soziales Problem darstellt. Die Arbeitslosigkeit in Frankreich liegt bei zehn Prozent, die Staatsschuld bei 90 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt.

Kein Wunder, dass Nicolas Sarkozy manchmal widersprüchlich wirkte: Er hätte gern wollen mögen, wenn er denn gekonnt hätte. François Hollande wird nicht so viel Zeit für eine Entscheidung haben wie sein Vorgänger. Er wird seinem staunenden Volk schon bald erklären müssen, was alles nicht geht. Jedenfalls nicht in der Eurozone, wie wir sie kennen.

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