U-Haft in der Türkei

Nach Monaten des Wartens: Mesale Tolu zurück in Deutschland

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Mesale Tolu wieder in Deutschland - Pressekonferenz

Die wegen Terrorvorwürfen in der Türkei festgehaltene deutsche Übersetzerin und Journalistin Mesale Tolu (33) ist zurück in Deutschland.

Update 29.8.2018

Die monatelang in der Türkei festgehaltene Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu hat sich in ihrer Heimatstadt Ulm für die Solidaritätsbekundungen aus ganz Deutschland bedankt. Sehr viele Menschen hätten ihr geschrieben. Das sei besonders in den Monaten ihrer Haft sehr wichtig für sie gewesen, sagte Tolu am Mittwoch bei einem Gespräch mit Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU). Sie war am Sonntag nach langer Haft und Ausreisesperre in die Heimat zurückgekehrt.

Anwesend waren auch Vertreter der bayerischen Nachbarstadt Neu-Ulm, wo die im baden-württembergischen Ulm geborene Tolu heute ihren Wohnsitz hat. Über die Unterstützung aus Ulm und Neu-Ulm habe sie sich besonders gefreut, sagte Tolu einer Mitteilung des Ulmer Rathauses zufolge.

Die türkische Justiz, die sie im Mai inhaftiert hatte, wirft ihr unter anderem Terrorpropaganda vor. Zuvor hatte sie als Journalistin an der Beerdigung von Mitgliedern der verbotenen linksextremen Gruppe MLKP teilgenommen. Tolu will nach eigenen Angaben zur Fortsetzung ihres Prozesses am 16. Oktober erneut in die Türkei reisen, um ihre Unschuld zu beweisen.

News vom 26.8.2018:

Stuttgart - Nach der Aufhebung ihrer Ausreisesperre in der Türkei ist die Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu in Deutschland eingetroffen. Sie sei am Sonntag auf dem Stuttgarter Flughafen gelandet, teilte eine Mitarbeiterin des Flughafens der Deutschen Presse-Agentur mit. 

Tolu kann die Rückkehr in die Heimat nach eigenen Worten nur bedingt genießen. Sie sei zwar wieder in Deutschland, aber Hunderte Journalisten, Oppositionelle, Anwälte und Studenten seien immer noch nicht frei, kritisierte Tolu nach ihrer Ankunft am Sonntag am Stuttgarter Flughafen. „Es ist nicht so, dass ich mich wirklich über die Ausreise freue, weil ich weiß, dass sich in dem Land, in dem ich eingesperrt war, nichts verändert hat.“ Tolu kündigte an, sie wolle sich weiter für die Menschen einsetzen, die in der Türkei aus politischen Gründen inhaftiert seien.

Tolu, die für die Nachrichtenagentur Etha arbeitete, ist in der Türkei wegen Terrorvorwürfen angeklagt, sie saß dort bis Dezember mehr als sieben Monate in Untersuchungshaft. Vor einer Woche wurde überraschend die Aufhebung ihrer Ausreisesperre bekannt.

Die Türkei wirft ihr Unterstützung der verbotenen linksextremen Gruppe MLKP vor. Ihr Prozess in der Türkei wird ungeachtet ihrer Ausreise fortgeführt. Auch ihr Ehemann Suat Corlu ist angeklagt. Seine Ausreisesperre ist nicht aufgehoben, er muss in der Türkei bleiben.

Der Fall Tolu hatte zusammen mit dem des Welt-Reporters Deniz Yücel und des Menschenrechtlers Peter Steudtner die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland schwer belastet.

Lesen Sie auch: Offenbar wieder ein Deutscher in der Türkei festgenommen

dpa

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