Nach dem Terroranschlag: Was Türkei-Urlauber jetzt wissen müssen

Fragen und Antworten: Aktuelle Warnungen können ein Grund sein, eine Reise zu stornieren.

Erneut ist die Türkei von einem Anschlag erschüttert worden - dieses Mal in der auch bei Touristen beliebten Metropole Istanbul. Welche Rechte haben Urlauber jetzt? Fragen und Antworten:

Wie sollten sich Reisende in Istanbul jetzt verhalten? 

Das Auswärtige Amt rät Reisenden in Istanbul derzeit, im Hotel zu bleiben. Dadurch kann laut der Verbraucherzentrale Brandenburg bereits die Reise mangelhaft sein. Reisende könnten dann ihren Vertrag mit dem Veranstalter wegen höherer Gewalt kündigen. Der Veranstalter muss dann für den Rücktransport sorgen. Eventuelle Mehrkosten beim Rücktransport teilen sich Veranstalter und Urlauber. Für den Reisezeitraum ohne Beeinträchtigungen – sprich vor der Kündigung des Vertrags – müssen Urlauber in solch einem Fall ganz normal bezahlen, den Reisepreis ab dem Zeitpunkt der Kündigung muss der Veranstalter zurückerstatten.

Wie ist die Situation, wenn ich mich im Badeurlaub in der Türkei befinde oder einen solchen geplant habe?

Dann haben Urlauber laut Verbraucherzentrale schlechte Karten. Sie können zwar die Reise abbrechen oder stornieren, bleiben aber auf den Kosten sitzen. Grund: Die Baderegionen der Türkei sind bislang nicht von den Anschlägen betroffen.

Wenn man eine Istanbul-Reise für die kommenden Tage gebucht hat – kann man zurücktreten, weil man Angst vor weiteren Anschlägen hat?

In einem solchen Fall sollten Urlauber auf jeden Fall mit dem Veranstalter Kontakt aufnehmen. Rein rechtlich bleiben Urlauber auf den Stornokosten sitzen, da es keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gibt. In vielen Fällen zeigen sich die Veranstalter jedoch kulant und bieten zumindest eine Umbuchung an.

Wie sieht es aus, wenn ich individuell - sprich ohne Veranstalter - einen Flug oder ein Hotel gebucht habe?

Individualreisende müssen dann auf jeden Fall selbst bei der Airline kündigen. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale Brandenburg muss die Airline einen Großteil der Kosten zurückerstatten. Nach bisheriger Praxis geschieht das aber häufig nicht. Beim Hotel bleibt Urlaubern nur die Hoffnung auf Kulanz.

Wie können sich Deutsche, die im Ausland leben oder sich vorübergehend in einem anderen Land aufhalten, im Krisenfall schnell informieren?

Das Auswärtige Amt empfiehlt deutschen Staatsangehörigen, sich unabhängig vom Land und von der Dauer des Auslandsaufenthalts über das Internet in die Krisenvorsorgeliste (ELEFAND) eintragen zu lassen.

Die „Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland“ dient dazu, dass deutsche Auslandsvertretungen die in ihrem Bezirk ansässigen Deutschen und ihre Familienangehörigen im Notfall schnell erreichen können. Wer sich nur für kurze Zeit im Ausland aufhält, kann sich frühestens zehn Tage vor Reisebeginn registrieren. Zur Anmeldung ist eine einmalige Registrierung nötig, E-Mail-Adresse und Passwort. (dpa)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa-tmn

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