"Aus Respekt vor den Opfern"

Zugunglück: Parteien sagen Politischen Aschermittwoch ab

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Die CSU verzichtet dieses Jahr auf ihren Politischen Aschermittwoch.

München - Nach dem schweren Zugunglück von Bad Aibling haben CDU, CSU, SPD, Grüne und Linke den traditionellen Politischen Aschermittwoch abgesagt.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte dem „Bayernkurier“ am Dienstag, ganz Bayern trauere um die Toten der Zugkatastrophe. „Aus Respekt vor den Opfern des tragischen Zugunglücks findet der morgige Politische Aschermittwoch der CSU nicht statt.“

CDU sagt Aschermittwochs-Veranstaltung mit Merkel ab

Auch die CDU hat eine Veranstaltung zum Politischen Aschermittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern abgesagt. Das teilte die CDU-Zentrale am Dienstagabend in Berlin mit.

Die Grünen sagten ebenfalls ab, betonten aber, das habe mit der CSU-Entscheidung nichts zu tun. „Die Gespräche fanden bereits Mittags statt“, sagte die Sprecherin des Landesverbandes Bayern, Daniela Wüst. Kurz darauf kündigten auch SPD und Linke einen Verzicht auf ihre Veranstaltung an.

Der SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold sagte: „Der Politische Aschermittwoch lebt von der Auseinandersetzung und dem Schlagabtausch der Parteien. Dafür ist heute und morgen kein Raum. Wir empfehlen unseren Parteigliederungen, diesem Beispiel zu folgen.“

Scheuer sagte am Nachmittag vor der Presse in Passau, Horst Seehofer als Parteivorsitzender habe nach einer Telefonkonferenz entschieden, den Politischen Aschermittwoch abzusagen. „Wir nehmen Anteil, wir sind in Gedanken bei den Opfern“, sagte Scheuer. Er denke, dass die Bevölkerung diesen Schritt verstehen könne.

Der Politische Aschermittwoch in Bayern zählt zu den traditionsreichsten politischen Veranstaltungen im Freistaat. Jedes Jahr pilgern dazu Tausende nach Ostbayern, um den meist deftigen Reden der Parteienvertreter zuzuhören.

Bei dem Zugunglück waren am Dienstagmorgen zwei Regionalzüge auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim frontal zusammengestoßen. Mindestens neun Menschen wurden getötet und Dutzende teils schwer verletzt.

dpa

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