Bus, Tram und Bahn: Ab Sonntag steigen die Preise

Kassel. Bus- und Bahnfahren wird in Hessen mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag (11.12.) teurer. Beim Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) müssen die Kunden 2,4 Prozent mehr zahlen, beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) 2,7 Prozent.

Die Deutsche Bahn verlangt ebenfalls mehr Geld: Im Fernverkehr werden die Tickets im Schnitt 3,9 Prozent und im Nahverkehr 2,7 Prozent teurer. Das Angebot verändert sich zugleich überall nur geringfügig. Der Fahrgastverband Pro Bahn nennt die Preispolitik „realitätsfern“. „Der Nahverkehr ist ein Luxusartikel, den sich Alleinerziehende, Studenten und Rentner kaum noch leisten können“, kritisierte Thomas Bayer von Pro Bahn Osthessen am Montag.

Der NVV nennt als Grund „allgemeine Preissteigerung“. Der Verkehrsverbund RMV begründete seine Preiserhöhung in Hofheim so: „Damit soll zumindest ein Teil der Kosten abgedeckt werden, die im RMV im Mix aus den Aufwänden für Strom, Diesel und Personal um 3,3 Prozent gestiegen sind.“ Die Deutsche Bahn führt „deutlich gestiegene Personal- und Energiekosten“ an. Bayer verlangt: „Es müssen mehr Steuermittel in den Öffentlichen Nahverkehr fließen.“ Wenn das Land wie geplant 20 Millionen Euro kürze, müsse bei den Tickets mit Preissteigerungen von sechs Prozent pro Jahr gerechnet werden. „Dann können wir zumachen.“

RMV, NVV und der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) sollen 2012 nach einer Finanzierungsvereinbarung insgesamt 646,4 Millionen Euro bekommen. Die Summe werde aber wegen der Schuldenbremse um 20 Millionen niedriger ausfallen müssen, hieß es im September im Verkehrsministerium in Wiesbaden.

 Hessen braucht nach Ansicht eines Experten neue Strategien für den öffentlichen Nahverkehr auf dem Land. „Im Werra-Meißner-Kreis, im Vogelsbergkreis: Da haben wir große Herausforderungen, neue Konzepte zu entwickeln“, sagte Carsten Sommer von der Universität Kassel am Montag im Gespräch der Nachrichtenagentur dpa. Denkbar sei zum Beispiel, mehr Anruf-Sammel-Taxis einzusetzen oder pendelnde Autofahrer im Fahrplan anzugeben. Im Rhein-Main-Gebiet seien dagegen oft sehr viele Menschen unterwegs, es drohten Kapazitätsengpässe. (dpa)

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