Nazi-Mordserie: Zwei Tote und eine Schweigende

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Beate Zschäpe, die derzeit in Haft sitzt.

Der Fall der Zwickauer Terrorzelle wird immer verworrener. Was ist sicher? Was nicht? Fragen und möglich Antworten im Überblick:

?Wer gehörte der rechtsextremistischen Terrorzelle alles an?

!Bekannt ist der Kern der Zwickauer Terrorzelle: Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe. Die beiden Männer sind tot, sie haben sich vor zwei Wochen nach Angaben der Polizei umgebracht. Zschäpe sitzt in Köln in Haft und schweigt zu dem Fall.

Alle drei werden für neun Morde an türkisch- und griechischen Kleinunternehmern sowie an der Heilbronner Polizistin verantwortlich gemacht. Auch der Nagelbombenanschlag in Köln 2004 soll auf ihre Rechnung gehen.

?Welche Verbrechen könnte die Gruppe noch begangen haben?

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!Beim tödlichen Ludwigshafener Wohnhausbrand von 2008 geht der rheinland-pfälzische Justizminister Jochen Hartloff nicht von einem Anschlag aus. Nach der Überprüfung erster DNA-Spuren gibt es auch keine Hinweise auf eine Verbindung zu dem Fall Alois Mannichl. Der Passauer Polizeichef war 2008 in Fürstenzell nahe Passau niedergestochen und schwer verletzt worden. Laut Bundesinnenministerium sollen weitere Morde und Sprengstoffanschläge seit 1998 geprüft werden.

?Was wusste der Verfassungsschutz über die Neonazis?

!Laut Bundesanwaltschaft gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass der NSU eine Verbindung zum Thüringer Verfassungsschutz unterhielt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat allerdings Mängel bei der Bekämpfung des militanten Rechtsextremismus eingeräumt und lückenlose Aufklärung der Neonazi-Mordserie zugesagt.

?Warum wurde das Neonazi-Trio nicht früher festgenommen?

!Diese Frage gibt weiter Rätsel auf. Das Thüringer Landeskriminalamt (LKA) bestritt gestern Medienberichte, wonach Zielfahnder das Jenaer Neonazi-Trio nach seinem Abtauchen im Visier gehabt hätten. Die Zielfahnder hätten in den Jahren 1999 und 2000 zu keinem Zeitpunkt Kenntnis von dem konkreten Aufenthaltsort der Neonazis gehabt. Deshalb sei auch kein Einsatz des Spezialeinsatzkommandos für eine Festnahme in Chemnitz geplant gewesen, erklärte das LKA am Freitag in Erfurt.

Nach einem Bericht des MDR soll jedoch eine geplante Festnahme des Neonazi-Trios Ende der 1990er Jahre in letzter Minute gestoppt worden sein. Das alarmierte Spezialeinsatzkommando des Landeskriminalamtes (LKA) habe einen fertigen Einsatzplan für die Festnahme gehabt, sei aber kurz vor dem Aufbruch nach Sachsen gestoppt worden, hatte der Sender berichtet. (dpa)

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