Bad Nenndorfer appellieren: Schluss mit Neonazi-Aufmärschen

Bad Nenndorf. Der jährliche Aufmarsch von Neonazis in Bad Nenndorf am kommenden Samstag soll mit kreativen Protestaktionen erheblich gestört werden.

„Es reicht uns endgültig, dass regelmäßig Nazis nach Bad Nenndorf kommen und den Ruf dieses Ortes schädigen“, sagte der Sprecher des Bündnisses „Bad Nenndorf ist bunt“, Jürgen Uebel, am Dienstag in Hannover. Die Politik müsse sich für ein Ende der Aufmärsche einsetzen. Das Bündnis veranstaltet die Gegendemonstration gemeinsam mit dem DGB.

Seit 2006 marschieren Neonazis aus ganz Deutschland am ersten Augustwochenende in der Kleinstadt westlich von Hannover zum Wincklerbad. Es wurde in der Nachkriegszeit von den Briten als Verhörzentrum und Militärgefängnis genutzt. Historisch belegte Übergriffe auf deutsche Kriegsgefangene nehmen die Neonazis zum Anlass, um NS-Verbrechen zu relativieren. Bei dem angeblichen „Trauermarsch“ gehe es ihnen um die Leugnung der Kriegsschuld, Relativierung des Holocausts und eine Neubewertung der NS-Zeit, sagte DGB-Regionssekretär Steffen Holz.

Die Zahl der Teilnehmer des „Trauermarsches“ nahm kontinuierlich ab. In diesem Jahr rechnet die Polizei mit rund 500 Rechtsextremisten und 1500 bis 2000 Gegendemonstranten. Auch Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) werde an dem Protestzug gegen Rechtsextremismus in Bad Nenndorf teilnehmen, kündigte der niedersächsische SPD-Generalsekretär Detlef Tanke an. (lni)

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