Neonazi-Verein HNG verboten

Berlin - Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat die rechtsextreme Hilfsorganisation für Gefangene (HNG) verboten. Die HNG ist mit rund 600 Mitgliedern der größte bundesweit tätige Neonazi-Verein in Deutschland.

Der Verein lehne den demokratischen Rechtsstaat ab und verherrliche den Nationalsozialismus, erklärte Friedrich am Mittwoch laut Mitteilung in Berlin. Die HNG ist mit rund 600 Mitgliedern der größte bundesweit tätige Neonazi-Verein in Deutschland.

Sein erklärtes Ziel ist es, sich um inhaftierte Rechtsextremisten zu kümmern. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums bestärkt die HNG die Gefangenen in ihren nationalistischen Überzeugungen, um sie in der Szene zu halten. Die HNG habe so zur Radikalisierung in der Neonazi-Szene beigetragen, erklärte Friedrich.

Am Mittwochmorgen wurden Räume von führenden Mitglieder der Organisation in Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz durchsucht. Bereits vor einem Jahr hatte es eine länderübergreifende Razzia gegeben, bei der Polizei und Justiz Material für ein mögliches Verbot des 1979 gegründeten Vereins beschlagnahmten. Das nun ausgewertete Material habe verdeutlicht, dass sich die HNG “dem aktiven Kampf gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung“ verschrieben habe.

dpa

Rubriklistenbild: © ap

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