Neue libysche Regierung soll in zwei Wochen übernehmen

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Regierungschef Abdulrahim Al-Kib

Tripolis/Kairo - Nach dem Ende der Kämpfe in Libyen stellt der Übergangsrat jetzt die Weichen für einen politischen Neuanfang. Der neue Regierungschef hat klare Prioritäten.

Der Ingenieur und Geschäftsmann Abdulrahim Al-Kib, den die Ratsmitglieder am Montagabend zum neuen Regierungschef gewählt hatten, soll nach libyschen Medienberichten binnen zwei Wochen eine neue Übergangsregierung bilden. Al-Kib sagte dem Sender Radio Sawa: “Es gibt sehr viel zu tun, doch das Wichtigste sind jetzt Sicherheit, Versöhnung und Wiederaufbau.“

Dschalal al-Gallal, ein Sprecher des Übergangsrates in der einstigen Rebellenhochburg Bengasi, sagte über den neuen Regierungschef: “Er ist liberal, aber ich denke, dass ihn auch die Islamisten akzeptieren werden.“ Der amtierende Chef der Übergangsregierung Mahmud Dschibril, der sich nicht zur Wahl gestellt hatte, war von Islamisten aus den Städten Tripolis und Misrata mehrfach scharf kritisiert worden.

"Diktatorische Methoden"

Der Vorsitzende des Übergangsrates, Mustafa Abdul Dschalil, wiederum hatte viele liberale Libyer vor den Kopf gestoßen, als er in seiner Rede zur “Befreiung Libyens“ gesagt hatte, jedes Gesetz, dass nicht dem islamischen Recht (“Scharia“) entspreche, sei ab sofort ungültig.

Das saudische Nachrichtenportal “Al-Weeam“ schrieb am Dienstag, eine Gruppe mit dem Namen “Frauen des freien Libyens“ habe Abdul Dschalil “diktatorische Methoden“ vorgeworfen, weil er in seiner Rede auch erklärt hatte, jeder libysche Mann dürfe ab sofort ohne jede Einschränkung bis zu vier Ehefrauen gleichzeitig haben.

Ein für Dienstag geplanter Besuch von Abdul Dschalil in Kairo verzögerte sich nach Angaben vom Flughafen Kairo wegen eines technischen Defekts im Flugzeug des Ratsvorsitzenden.

dpa

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