Neues Integrationskonzept gefordert

„Und jetzt, Herr Seehofer?“ - CDU-Politiker nehmen CSU-Chef in die Mangel

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Horst Seehofer im Bundestag

Schon wieder Zwist in der GroKo? CDU-Politiker Norbert Röttgen fordert von Horst Seehofer ein „Integrationskonzept“ - und wirft dem Minister Fehler in der Islam-Debatte vor.

Berlin - Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) aufgefordert, ein Integrationskonzept vorzulegen. "Wir brauchen ein neues Integrationskonzept", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag der Welt. Weil es in Deutschland "eine neue Qualität von Zuwanderung" gebe, werde auch "eine neue Qualität von Integrationsarbeit" gebraucht. "Einfach so weitermachen wie bislang, das wird nicht ausreichen", sagte Röttgen.

Der Bundesinnenminister könne sich führend darum bemühen, "wie ein konkretes, anspruchsvolles, pragmatisches Konzept der Integration etwa für muslimische Kinder aussehen kann", sagte der CDU-Politiker. Integration sei eine Grundfrage des gesellschaftlichen Friedens geworden. "Das stellt sich nicht von selbst ein", sagte Röttgen.

Röttgen fordert: Mit Kindern über Religion sprechen

Dazu gehöre auch, sich in den Schulen stärker um Religionsvermittlung und Toleranz zu kümmern, sagte Röttgen mit Blick auf antisemitische Übergriffe an Schulen. Die an den Übergriffen beteiligten Kinder seien und blieben Teil der Gesellschaft. "Also müssen wir mit ihnen über unsere Vorstellung von Religion sprechen, Toleranz zwischen den Religionen einüben und Unterstützung von ihren Eltern einfordern", sagte Röttgen.

"Wir müssen uns also in den Schulen um Religion und Religionsvermittlung, um Toleranz als Prinzip unserer Kultur viel mehr kümmern", fügte Röttgen hinzu. Hierfür brauche es dann auch mehr Ressourcen. "Es braucht mehr Pädagogen, Sozialarbeiter, Jugendhelfer", forderte der CDU-Politiker.

„Bedauerlich, wenn von verantwortlicher Seite ein fruchtloser Streit angezettelt wird“

Zu der von Seehofer neu angestoßenen Debatte, ob der Islam zu Deutschland gehöre, sagte Röttgen: "Diese Art überwiegend folgenloser, taktisch motivierter Debatten muss ein Ende haben." Die Osterzeit sei "eine gute Gelegenheit, sich darauf zu besinnen, wieder relevante Diskussionen zu führen, die etwas verändern."

Es sei bedauerlich, wenn von verantwortlicher Seite ein fruchtloser Streit über einen inhaltlich folgenlosen Satz angezettelt werde. Die Bevölkerung erwarte, dass die Regierung regiere und zu Ergebnissen komme. Derzeit führe keine Partei, weder CDU und CSU noch die SPD oder die Oppositionsparteien, "in den Grundfragen Migration, Integration, Digitalisierung eine problemangemessene Diskussion". Daher gebe es bisher auch keine "konzeptionellen Antworten". Vergangene Woche hatte auch CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer Seehofer in einem TV-Interview scharf kritisiert.

Schleswig-Holsteins Regierungschef stößt ins gleiche Horn

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) übte sich unterdessen in Kritik an der GroKo - und macht diese ebenfalls an Seehofers Äußerungen fest. „Das war noch nicht so, wie ich es mir gewünscht habe“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur zu den ersten Tagen der neuen Bundesregierung. Diese müsse sich zügig auf konkrete Projekte konzentrieren. „In dieser Hinsicht empfand ich die ersten Tage als sehr abstrakt, ohne zielführende Debatten.“ 

Als Beispiel nannte er die aus seiner Sicht überflüssige Islam-Debatte, die der neue Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ausgelöst hat. Nach seiner Aussage, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, frage sich doch jeder: „Und jetzt, Herr Seehofer? Bauen wir jetzt alle Moscheen ab?“

Lesen Sie auch: Islam-Debatte spaltet Union - Dobrindt mit harscher Kritik an Merkel

AFP

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