Für Kasseler aber günstigere Bedingungen

Neue Berechnungsmethode: Autofahren wird für viele teurer

Da steigt der Tarif: Feuerwehrleute untersuchen einen Blechschaden, nachdem ein Auto in Frankfurt wegen überhöhter Geschwindigkeit gegen eine Ampel prallte. Verletzt wurde niemand. Foto: dpa

Kassel. Einmal im Jahr machen es die Autoversicherer richtig spannend – immer dann, wenn sie die Regionalstatistik für das kommende Jahr vorlegen. Für viele und gerade jüngere Autofahrer wird es dieses Mal teurer - doch die Kasseler beispielsweise können ab 2013 auf niedrigere Beiträge hoffen.

Sowohl bei der Haftpflicht, der Teil- und auch der Vollkasko wechseln die Kasseler in eine günstigere Klasse. Im Landkreis Kassel, in Göttingen Stadt wird nur die Haftpflicht günstiger, die Kaskoversicherungen bleiben unverändert. Im Landkreis Göttingen ändert sich durch die Umgruppierung nichts. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg sinkt die Haftpflicht sogar um zwei Klassen, die Vollkasko nur um eine.

Doch neben der Regionalklasse fließt auch die sogenannte Typenklassenstruktur in die Höhe der Versicherungsbeiträge ein. Eine Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft dient den Versicherern als ein Kriterium bei der Berechnung der Versicherungsbeiträge für das kommende Jahr.

Ob und wie sich die Preise ihrer Versicherung verändert, können Sie im Internet einsehen beim GDV.

Das bedeutet: Gut ein Drittel der deutschen Autofahrer wird spätestens zum 1. Januar in einen anderen Tarif umgestuft, für Neuverträge gilt die Statistik bereits ab Oktober. Halter eines hochgestuften Wagens zahlen dann ab Januar deutlich drauf – je nach Versicherung bis zu einigen 100 Euro mehr im Jahr.

Und daran liegt es: Bei der Typklasseneinstufung wird erstmals das Alter der Versicherungsnehmer und das der jüngsten Fahrzeugnutzer berücksichtigt. Sie gelten als besondere Risikogruppe. Der Bund der Versicherten kritisiert diese neue, vom Alter der Versicherungsnehmer und jüngsten Fahrer abhängige Risikobewertung bei der Typklasseneinstufung. Die Kfz-Versicherer sollten weiterhin nur von den Schadensbilanzen ausgehen, fordern die Experten. Zumal die individuellen Beträge in der Regel für junge Versicherungsnehmer und Fahrzeugnutzer mit wenig Fahrerfahrung ohnehin höher seien.

Ein Beispiel: Wäre der VW Polo das liebste Fahrzeug der Führerschein-Neulinge, würde der Polo in der Typenklasse höher gestuft, da junge Autofahrer mehr Unfälle verursachen. Die Höherstufung des Polo trifft aber alle, die einen Polo fahren – auch die ältere Hausfrau, die seit zig Jahren unfallfrei unterwegs ist. (mwe)

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