Finanzminister in der Pflicht – neue Überstunden-Regelung

Münchens Polizeichef Andrä fordert dringend mehr Personal

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Seit 2013 ist Hubertus Andrä Polizeipräsident.

Die Sicherheitskonferenz im Februar, Public Viewing während der Fußball-WM und der alljährliche Wiesn-Wahnsinn – die Auftragsbücher bei der Münchner Polizei sind auch 2018 wieder gut gefüllt.

München - Präsident Hubertus Andrä (61) hat für die kommenden Aufgaben 5700 Beamte zur Verfügung. Diese schieben aber insgesamt 580.000 Überstunden vor sich her. Im Münchner Presseclub fordert der Polizei-Chef deshalb zusätzliches Personal.

Jammern will Hubertus Andrä nicht, obwohl jeder seiner Kolleginnen und Kollegen im Schnitt rund 100 Überstunden auf dem Konto hat. „Das hat keine Auswirkungen auf die Motivation“, stellt der Polizeipräsident klar. Er erinnert dabei an jenen Samstag im vergangenen Jahr, an dem ein Messerstecher durch München streifte. „Es waren zusätzliche Kräfte notwendig. Am Ende erschienen über 1000 Kollegen zum Dienst.“ Andrä schätzt den Einsatz seiner Mannschaft, will aber eines unbedingt vermeiden: „Wir wollen keine überarbeiteten und kranken Kollegen.“

Bis 2021 sollen es 2000 zusätzliche Kräfte werden

Der Polizeipräsident richtete deshalb klare Worte Richtung Ministerium: „Wir brauchen mehr Personal. Das ist auch ein Punkt, den sich unser Finanzminister in sein Auftragsbuch ­schreiben sollte.“ In diesem Jahr wurden in Bayern bereits 500 neue Stellen geschaffen. Bis 2021 sollen es sogar 2000 zusätzliche Kräfte sein. Was den Berg an Überstunden betrifft, gibt es jetzt zumindest eine Kompromisslösung. Zwar wird die Mehrarbeit nicht mit mehr Freizeit vergütet, dafür soll aber künftig mehr Geld ausbezahlt werden.

Die Zusatzschichten scheinen sich jedenfalls zu lohnen. Denn in Sachen Sicherheit bleibt München auch nach dem vergangenen Jahr die unangefochtene Nummer eins unter den deutschen Millionenstädten. Auch wenn der Sicherheitsreport erst im Frühjahr erscheint, rechnet Andrä damit, dass die Zahl der Gewaltdelikte in München gesunken ist.

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